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University Meets Public - Vortragsreihe „Der Kampf ums Gewicht“
"Anleitung zur körperlichen Unzufriedenheit – und wie Ihre Umwelt Sie dabei unterstützt"
Wann: 27. Jänner - 5. Mai 2011
Wo: Volkshochschule Simmering, Gottschalkgasse 10, 1110 Wien
Inhalte:
Der „Kampf ums Gewicht" ist längst kein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Ernährung ist von einem natürlichen Teil des Lebens zu einem komplizierten Faktor mit einer Unzahl von künstlichen Einfl ussfaktoren geworden. 80–90% der Frauen und Mädchen sind mit ihrem Körper unzufrieden – das sind die erschreckenden Fakten. Die Zahl bei Männern und Burschen steigt. Wirtschaft und Industrie profi tieren von der hohen Körperunzufriedenheit. Lebensmittel-, Diät- und Pharmaindustrie steigern mit laufend neuen Angeboten für die Gewichtssorgen der Menschen ihre Gewinne. Kosmetik- und Schönheitsindustrie heben durch den Schönheitskult ihre Umsätze. Die Modeindustrie betreibt die Diktatur der Idealmaße 90-60-90, obwohl nur 6 von 10.000 Frauen diese Körperform haben. Medien schrauben die Schönheitsstandards durch retuschierte Fotos von Hochglanz-Models und schönheitsoperierten SchauspielerInnen zusätzlich in die Höhe.
GesundheitsexpertInnen und Gesundheitssystem bewegen sich mit ihren gesundheitsförderlichen Informationen und Angeboten auf einem schmalen Grat: massives Übergewicht führt zu erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken und damit auch erhöhten Gesundheitsausgaben. Andererseits führen Ernährungs- und Gewichtsempfehlungen bei allen Bevölkerungs- und Körpergewichtsgruppen zu einer übermäßigen Beschäftigung mit dem Gewicht und mitunter zu einem verkrampften und gesundheitsschädigenden Verhältnis zum eigenen Körper. Schlankheit wurde in den letzen Jahrzehnten derart überidealisiert, dass selbst normalgewichtige Menschen sich als zu dick empfi nden und gestörtes Essverhalten und Essstörungen ansteigen. Magersucht und massives Übergewicht (Adipositas) sind zwei Seiten der selben Medaille. Die Vorträge beleuchten unterschiedliche Faktoren, die unser Gewicht beeinfl ussen und benennen die dahinterstehenden Interessen. Gleichzeitig werden Wege zu einem positiven Verhältnis zum eigenen Körper aufgezeigt.
Die Vortragsreihe ist Teil der „Initiative S-O-Ess gegen ungesunde Körperideale"(www.s-o-ess.at)
Vorträge:
Das Leiden am „unperfekten“ Körper und seine Folgen
Ao. Univ.-Profin Drin Beate Wimmer-Puchinger, Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie
„Ich bin zu dick und muss abnehmen!“ oder „Gib acht, dass du nicht zunimmst!“: Wie oft sagen wir selbst diese Sätze und meinen es eigentlich nur gut mit uns und den anderen. Doch ist das wirklich so? Solche Sätze führen zu einem negativen Bild unseres Körpers, 80-90% der Frauen und Mädchen sind mit ihrem Körper unzufrieden. Damit in engem Zusammenhang stehen Beeinträchtigungen und Erkrankungen, wie eine Zunahme von Selbstwertstörungen bereits im Kindesalter, häufi ge Diätversuche, gestörtes Essverhalten bis hin zu Essstörungen, sexuellen Funktionsstörungen und Depressionen.
Hier finden Sie den aktuellen Flyer.
Do, 27.01.2011, 18.00-19.30, Urania, 1010 Wien, Uraniastrasse 1
Eintritt frei
Wer hat Angst vor Heidi Klum? Schlank und krank durch Medienschönheiten
Maga Michaela Langer, Wiener Programm für Frauengesundheit
Die Diktatur der Idealmaße 90-60-90 wird über die Medien massiv verbreitet. Obwohl fast keine Frau diese Körperform hat, erscheint diese Körperform durch die Bilder in Fernsehen, Zeitschriften und auf Plakaten als normal. Angesichts dieser einseitigen Bilderflut erscheint vielen Frauen und Mädchen ihr Körper als minderwertig. Kritische Auseinandersetzung mit krankmachenden Bildern und Aufklärung über die Manipulation unseres Blicks durch die Medien ist wichtig für junge Mädchen und Frauen und hilft ihnen zu mehr Selbstbewusstsein.
Do, 3.3.2011, 18.00-19.30, Volkshochschule Simmering, 1110, Gottschalkgasse 10
Eintritt frei
Der manipulierte Appetit
Prim.Univ.Prof.Dr.Ludwig Kramer, 1.Medizinische Abteilung mit Gastroenterologie, Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel
Von Natur aus ist der Mensch mit einem ausgeklügelten Hunger- bzw. Sättigungssystem ausgestattet. Dies sichert die ausreichende Ernährung, die Anlage von Vorräten für Notzeiten, aber auch den Schutz vor zu hohen Fettreserven. Solange die Nahrungsmittel nicht industriell hergestellt wurden, hat dieses Hunger-/Sättigungssystem ausgezeichnet funktioniert. Mit zunehmender Industrialisierung der Lebensmittelherstellung versuchen nun die Produzenten, unsere natürlichen Regulationsmechanismen auszuschalten, um ihre Produkte besser zu verkaufen. Sie verändern die Farbe von Lebensmitteln, sie täuschen den Geschmacksinn und setzen Aromen ein.
Do, 10.03.2011, 18.00-19.30, Volkshochschule Simmering, 1110, Gottschalkgasse 10
Eintritt frei
Übergewichtige Menschen: Höheres Krankheitsrisiko oder krank geredet?
Dr. Thomas Dorner, MPH, Medizinische Universität Wien, Zentrum für Public Health, Institut für Sozialmedizin
Die wissenschaftliche Beweislage ist eindeutig, dass Übergewicht und ein hoher Taillenumfang in der Allgemeinbevölkerung das Krankheitsrisiko und das Sterblichkeitsrisiko aufgrund vieler Ursachen wie Herz- Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen deutlich erhöhen. Dies trifft jedoch nicht zwangsläufig auf alle Menschen zu. Vor allem bei älteren Menschen kann ein höheres Körpergewicht einen schützenden Faktor darstellen. Oft ist auch die gesellschaftliche Diskriminierung von übergewichtigen Menschen krankmachend und führt zur Beeinträchtigung des psychischen und sozialen Wohlbefindens. Viele Faktoren wie Alter, Geschlecht und medizinische Co-Faktoren sollten in der Entscheidung, ein bestimmtes Körpergewicht anzustreben, berücksichtigt werden.
Do, 07.04.2011, 18.00-19.30, Volkshochschule Simmering, 1110, Gottschalkgasse 10
Eintritt frei
Esskultur und Essverhalten im gesellschaftlichen Wandel
A.o. Univ.-Prof. Dr. Karl-Michael Brunner, Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung
Do, 05.05.2011,18.00-19.30, Volkshochschule Simmering, 1110, Gottschalkgasse 10
Eintritt frei
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