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Anmeldung eröffnet für Konferenz "Der Kampf ums Gewicht"
Mittwoch, 09. Jun. 2010
80-90% der Frauen und Mädchen sind mit ihrem Körper unzufrieden – das ist die gesundheitsgefährdende Regel. Die Zahl bei Männern und Burschen steigt.
Wirtschaft und Industrie profitieren von der hohen Körperunzufriedenheit. Lebensmittel-, Diät- und Pharmaindustrie steigern mit laufend neuen Angeboten und Produkten gegen die Gewichtssorgen ihre Gewinne und halten die Körperfokussierung gleichzeitig aufrecht. Kosmetik- und Schönheitsindustrie heben durch Schönheitskult und „Problemzonen“ ihre Umsätze und die Modeindustrie erhebt das Minimalgewicht zum Kult und betreibt die Diktatur der Idealmaße, obwohl nur 6 von 10.000 Frauen diese Körperform haben.
Medien schrauben die ästhetischen Standards durch retuschierte (Werbe)Fotos von Hochglanz-Models und schönheitsoperierten SchauspielerInnen in die Höhe. Mediales Mobbing von Prominenten, die den uniformen Körpernormen nicht entsprechen, ist in Societymagazinen ein beliebter Sport, nur um zwei Seiten weiter die Botschaft des „Nimm-dich-an-wie-du-bist“ zu verkünden. Abhängigkeiten durch Inserate von Großkonzernen verschärfen diese widersprüchliche Wort-Bild-Sprache.
GesundheitsexpertInnen und Gesundheitssystem bewegen sich mit ihren gegenlenkenden gesundheitsförderlichen Informationen und Angeboten auf einem schmalen Grad: massives Übergewicht führt zu erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken und damit auch erhöhten Gesundheitsausgaben. Dies erfordert Handeln. Andererseits führen Ernährungs- und Gewichtsempfehlungen bei allen Bevölkerungs- und Körpergewichtsgruppen zu einer übermäßigen Beschäftigung mit dem Gewicht und mitunter zu einem verkrampften und gesundheitsschädigenden Verhältnis zum eigenen Körper. Somit steigt auch die Zahl derer, die sich für ein vermeintlich gesundes Gewicht krank und mager hungern.
Über allem schwebt die Idee von sozialem Aufstieg durch Körperformung und Anpassung an ein vermeintliches Körperideal. Zurück bleiben verunsicherte Frauen und Männer, Mädchen und Burschen.
Vielfältiges Programm
Auf dem Programm stehen unter anderem Referate und Diskussionsveranstaltungen zu den Themen:
- Gesunde und nachhaltige Nahrungsmittel- und Ernährungspolitik als eine Priorität der Gesundheitsförderung
- Die Kunst der Verführung durch Lebensmittelmarketing
- Der manipulierte Appetit
- Übergewichtige Menschen: höheres Krankheitsrisiko oder krank geredet?
- Mögliche Profiteure eines virtuellen und unerreichbaren Idealkörpers
- Psychische Dimensionen und Auswirkungen der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper
- Lebensmittelwerbung im Spannungsfeld von freiem Wettbewerb und freiwilliger Selbstbeschränkung
- Der Österreichische Nationale Ernährungsplan
- und vieles mehr
Eintritt frei: Lesung mit Schauspieler Rainer Hunold
Abgerundet wird die – für alle Interessierten kostenlos zugängliche – Konferenz durch eine Lesung des deutschen Schauspielers Rainer Hunold (bekannt aus „Ein Fall für Zwei“) aus seinem Buch „Ich bin nun mal dick. Ein Wohlfühlbuch“ lesen. Rainer Hunold, beliebter und beleibter Schauspieler, plädiert für einen entspannten und souveränen Umgang mit dem Dicksein.
Hunold schreibt Nachdenkliches und Heiteres, etwa über zu kleine Umkleidekabinen, Ärzteratschläge, Frotzeleien von Freunden, Diätwahn oder den Sportunterricht. Kurzum: ein erfrischend gelassenes, reflektiertes und unterhaltsames Buch. Der Eintritt zur Lesung ist ab 17:15 Uhr frei!
Die Konferenzdaten
"Der Kampf ums Gewicht - Körper und Gewicht im Spannungsfeld von Wirtschaftsinteressen, Gesellschaftsnormen, Public Health und Lebensstil"
Dienstag, 28. September 2010, 9-19 Uhr
Wiener Rathaus, Lichtenfelsgasse 2, 1010 Wien
Programmdetails hier
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