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Univ. Prof.in Dr.in Kautzky-Willer erhielt erste Professur für Gender Medicine in Österreich

Wir gratulieren unserer langjährigen Partnerin

Freitag, 26. Februar 2010

Alexandra Kautzky-Willer,47, ist Expertin für Endokrinologie und Stoffwechsel und arbeitet mit dem Wiener Programm für Frauengesundheit seit Jahren zusammen. An ihrer neuen Position gefällt ihr besonders der fachübergreifende Aspekt.


Kautzky-WillerDas junge Fach der „Gender-Medizin“ erforscht die geschlechtsspezifischen Anforderungen an die Medizin. Denn die Körper von Männern und Frauen reagieren bei Krankheiten und auf Therapien unterschiedlich.

Große Erfolge verzeichnete Kautzky-Willer bisher bei Forschungen zum Schwangerschaftsdiabetes. In langer Zusammenarbeit mit NeonatologInnen, GeburtshelferInnen und KinderärztInnen fand sie viele Details über Auswirkungen und Therapie der betroffenen Mütter und Kinder. Sie entdeckte dabei auch markante Unterschiede bei der Entstehung und im Verlauf von Diabetes bei Männern und Frauen.

Es sei auch bewiesen, so Kautzky-Willer, dass Frauen bei den meisten Medikamenten fast doppelt so viele Nebenwirkungen hätten wie Männer. Die Ursache ist, dass für Forschungszwecke lange fast nur männliche Versuchstiere genommen und klinische Tests fast nur an Männern durchgeführt wurden. „Inzwischen ist aber der Anteil an Frauen in jeder Studie geregelt, und langsam bessert sich das Geschlechterverhältnis in klinischen Studien“, erzählt Kautzky-Willer.

Lebensgefährlich kann sich die Nichtbeachtung des Geschlechts bei einem Herzinfarkt auswirken, denn die Symptome sind sehr unterschiedlich. Männer haben massive Druckschmerzen in der Brust, die in den linken Arm ausstrahlen, Frauen dagegen unspezifischere Schmerzen in Kiefer und Rücken. Doch nur die Beschwerden der Männer galten bislang als „typisch“, ein Herzinfarkt bei Frauen wurde daher oft nicht erkannt.

Geschlechtsspezifische Unterschiede können offensichtlich sein wie beim Fettstoffwechsel mit verschiedener Fettverteilung am Körper, es gibt aber auch verborgene Beispiele. Altersdemenz ist bei Frauen häufiger auf die Alzheimer-Erkrankung zurückzuführen, während bei Männern oft Durchblutungsstörungen des Gehirns die Ursache sind.

Den Gender-Aspekt zu berücksichtigen, hilft nicht nur Frauen. Denn über die Unterschiede werden auch Diagnosen und Therapien entdeckt, die Männern besonders gut helfen.

Zur Person:

Nach ihrer Promotion (1988) und dem Abschluss der Facharztausbildung „Innere Medizin“ (1996) habilitierte sich Alexandra Kautzky-Willer 1997 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Seit 2002 ist Kautzky-Willer Leiterin der Diabetesambulanz, Lipidambulanz und Adipositasambulanz an der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Neben langjährigen Mitgliedschaften in nationalen und internationalen internistischen Fachgesellschaften ist Kautzky-Willer Vorstandsmitglied der österreichischen und Member der internationalen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin. Als Expertin fungiert sie auch als Wissenschaftliche Gutachterin u.a. für die Wissenschaftsfonds in Deutschland und Irland und als Reviewerin zahlreicher internationaler Fachjournale.

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