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S-O-Ess-Modenschau: Gegen die Diktatur der Idealmaße

Der Mode-Nachwuchs traute sich was und bewies Können

Mittwoch, 03. März 2010

Am 26. Februar gab es im Parkhotel Schönbrunn echte Vielfalt zu bewundern. Businessmode, Freizeitmode, eine Schwarz/Weiß-Kollektion, Abendkleider und sogar Brautkleider. Nur eines sahen die rund 300 Besucherinnen nicht: Unterernährte Einheitskörper.


Modeschau3kleinCatharina-Bianca Langer und Natascha Babitsch hatten sich für ihre Abschlussarbeit an der HLMW9, dem Modekolleg Michelbeuern, viel vorgenommen. Sie wollten anhand einer Kollektion zeigen, dass auch Frauen jenseits der Größe 32/34 schön sind. Für dieses Vorhaben erhielten sie von Frauenstadträtin Sonja Wehsely und der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, den Initiatorinnen der „Initiative S-O-Ess gegen ungesunde Körperideale“ volle Unterstützung. Denn die hohe Körperunzufriedenheit von Mädchen und Frauen, eine der Hauptursachen von Essstörungen, beruht vor allem darauf, von einer vermeintlichen Idealfigur abzuweichen.

Die halbstündige Modeschau lief unter dem selbstbewussten Titel „90-60-90 – das Idealmaß im Visier“. Zu perfekt ausgewählter Musik und einer gelungenen Choreografie präsentierten Frauen mit den verschiedensten Figuren die attraktiven Entwürfe, auch verschiedene Lebensalter waren vertreten. Bianca Langer und Natascha Babitsch hatten rund 30 Modelle entworfen und selbst genäht und absolvierten ihre große Schau mit beachtlicher Souveränität.

Prominente Unterstützerinnen der „Initiative S-O-Ess“ wie Starfotografin Inge Prader, Designerin Birgit Indra, Andrea Weidler von Wiener Models und Doris Rose, Inhaberin des Modelabels Jones spendeten den Nachwuchsdesignerinnen Beifall.

Auch die Innungsmeisterin der Wiener ModemacherInnen, Maria Smodic-Neumann, zeigte sich vom Engagement der jungen Studentinnen begeistert.

Die „Initiative S-O-Ess gegen ungesunde Körperideale“ setzt sich auch in Zukunft dafür ein, dass wieder mehr Realität und mehr Vielfalt bei den Körperformen herrschen soll. Engagierte MitstreiterInnen wie Bianca Langer und Natascha Babitsch finden hoffentlich zahlreiche NachahmerInnen in der Modebranche, vielleicht sogar bei bekannten DesignerInnen.

Als Damenspende erhielten die BesucherInnen der Modenschau von „S-O-Ess“ die „No BODY is perfect“-Schleife – ein zerrissenes Maßband zum Anstecken, ein sichtbares Zeichen gegen die Diktatur der Idealmaß.

Weitere Fotos zur Veranstaltung

Die „No BODY is perfect“-Schleife kann kostenlos bestellt werden unter frauengesundheit@ma15.wien.gv.at

 

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