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Auch „späte“ Frühgeborene haben erhöhtes Krankheitsrisiko
Atemnotsyndrom und Virusinfektionen bedrohen Babies, die vor der 40. Woche geboren werden
Montag, 26. April 2010
Späte Frühgeborene, wie diese Kinder in der medizinischen Fachsprache bezeichnet werden, tragen eine ganze Reihe von Risiken für Krankheiten, die ihre gesamte weitere Entwicklung negativ beeinflussen können. Insgesamt weisen sie ein deutlich höheres Risiko für Erkrankungen und Sterblichkeit auf, als reif geborene Kinder.
Im Rahmen eines Vortrags am 7. April 2010 berichtete der Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Wiener Allgemeinen Krankenhaus, Univ.-Prof. Dr. Arnold Pollak vor KollegInnen über mögliche Komplikationen und Langzeitfolgen für späte Frühgeborene.
Atemnotsyndrom
Eine häufige Komplikation, auch bei späten Frühgeborenen, ist das Atemnotsyndrom (RDS – respiratory distress syndrom). Denn auch bei späten Frühgeborenen können die Lungen noch nicht genügend Oberflächenfilm (Surfactant) bilden, was die Lungenbläschen (Alveolen) an ihrer vollen Entfaltung hemmt, wodurch Atemnot entsteht. Dies führt zu einer beeinträchtigten Lungenentwicklung der Kinder.
Gefährliches Virus
Besonders gefährlich ist für späte Frühgeborene zudem die Infektion mit dem RS-Virus (Respiratory Syncytial Virus). Mit diesem Virus infizieren sich bis zum Alter von zwei Jahren die meisten Kinder. Bei reif geborenen Kindern und Erwachsenen produziert das Virus lediglich leichte Erkältungssymptome. Bei späten Frühgeborenen allerdings kann es zu ernsthaften Atemwegsinfektionen kommen. Die betroffenen ehemaligen Frühgeborenen bedürfen dann einer oft wochenlangen intensivmedizinischen Betreuung. Außerdem kann die RSV-Infektion zu jahrelangen Gesundheitsbeeinträchtigungen der Kinder, bis hin zu Asthma führen.
Neben Lungeproblemen weisen späte Frühgeborene deutlich häufiger als reif geborene Kinder ein erhöhtes Risiko für eine Cerebralparese, das sind Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungen. Auch Entwicklungserzögerungen treten auf.
Immer mehr Kaiserschnitte
Mittlerweile kommen in Europa sechs und in den USA 10 Prozent der Kinder zwischen der 34. und der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Die Tendenz ist steigend. Das liegt etwa auch an der immer noch steigenden Kaiserschnittrate. „Wird ein Kaiserschnitt vor dem Geburtstermin durchgeführt“, fasst die Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien, Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, zusammen, „werden damit Komplikationen und Entwicklungsprobleme dieser Kinder begünstigt. Es wird daher von Bedeutung sein, diese Erkenntnis bei Frauen und GynäkologInnen bekannt zu machen!“
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