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FGM-Fortbildungen an allen Städtischen Kindergärten

Wien ist aktiv gegen weibliche Genitalverstümmelung

Dienstag, 06. April 2010

Weibliche Genitalverstümmelung ist auch in Österreich Thema, wenn auf zugewanderte Mütter Druck ausgeübt wird. In Kindergärten kann mit ihnen kommuniziert werden, um die Töchter vor diesem grausamen „Ritual“ zu schützen. Das Wiener Programm für Frauengesundheit führt ab Mai FGM-Fortbildungen für KindergartenpädagogInnen durch.


FGMAuch wenn sich ihr Lebensstil in Österreich von jenem in den Herkunftsländern stark unterscheiden mag, werden manche Migrantinnen so bedrängt, dass sie ihre Töchter der genitalen Verstümmelung aussetzen. Die Betroffenen leiden nach dieser schweren Körperverletzung ein Leben lang an verschiedensten Folgen, von psychischen Traumata, Infektionen und Geburtskomplikationen bis zu Unfruchtbarkeit.

Wie alle anderen westlichen Industriestaaten ist auch Österreich per UN-Beschluss aufgerufen, alles zur Eliminierung dieser Praxis zu tun, es gibt sogar einen „Nationalen Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM)“.

In Wien wird das Problem nun sehr gezielt an einem wichtigen Kommunikationspunkt in Angriff genommen – in den Kindergärten. Auf Veranlassung der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten, a.o. Univ.Prof. Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, und der Pädagogischen Leiterin der MA 10, Maga Sylvia Minich finden ab Frühjahr 2010 an allen Städtischen Kindergärten Fortbildungen zu FGM statt. Die zweistündigen Einheiten informieren die KindergartenpädagogInnen über die rechtlichen Grundlagen in Österreich, über medizinische und psychische Folgen von FGM, sie erweitern ihre Kenntnisse und sollen ein starkes Problembewusstsein im Alltag schaffen. Die KindergartenpädagogInnen haben mit den Frauen regelmäßig Kontakt und sind glaubwürdige Vertrauenspersonen, was das Wohlergehen der Töchter betrifft. Bis Ende 2010 soll das Wissen zu FGM in allen Städtischen Kindergärten vermittelt und präsent sein.

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