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Mehr Bildung – weniger Geld
Der erste Frauenbericht seit 15 Jahren zeigt: Von Gleichstellung kann keine Rede sein.
Mittwoch, 02. Juni 2010
Der Frauenbericht ist aufschlussreich. So stieg die Lebenserwartung der Frauen seit 1999 von 80,4 auf 83 Jahre. 51,3 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind weiblich.
Mehr gebildete Frauen
Gute Nachrichten gibt es aus dem Bildungsbereich: Noch 1971 wiesen rund 70 Prozent aller Frauen in Österreich nur einen Pflichtschulabschluss aus – 2008 (das sind die aktuellsten Zahlen) lag dieser Anteil nur mehr bei 22,3 Prozent. Deutlich gestiegen ist in diesem Zeitraum dagegen die Anzahl der Universitätsabschlüsse von Frauen von 1,4 auf 13,8 Prozent. Bei Männern liegt dieser Anteil 2008 bei 12,8 Prozent.
Mehr berufstätige Frauen
68,6 Prozent aller Frauen sind inzwischen berufstätig. 1991 waren es erst 62,7 Prozent. Allerdings arbeiten 41,5 Prozent der Frauen Teilzeit – diese Quote beträgt bei Männern 8,1 Prozent. Als Grund für die Teilzeitarbeit gibt jede zweite Frau an, Betreuungspflichten zu haben, die einen Vollzeitjob ausschließen würden. Immerhin jede vierte Frau, die Teilzeit arbeitet würde gerne mehr arbeiten.
Viel weniger Einkommen
Sehr deutlich werden die Unterschiede zwischen berufstätigen Frauen und Männern bei der Betrachtung der Einkommenssituation. Frauen verdienen, laut Frauenbericht 2010 nur 58.4 Prozent des Bruttojahreseinkommens der Männer. Werden jene Frauen, die Teilzeit arbeiten, aus dieser Berechnung ausgenommen, liegt das Bruttojahreseinkommen der Frauen immer noch um ein Viertel niedriger, als jenes der Männer. Etwa 50 Prozent der Frauen verdienen aktuell 1.740 Euro brutto – bei den Männern sind es 2.232 Euro brutto.
Viel unbezahlte Arbeit
Die unbezahlte Arbeit dagegen lastet nach wie vor zu zwei Dritteln auf den Schultern der Frauen: Kinderbetreuung, Haushalt und die Pflege von Angehörigen werden nach wie vor zum überwiegenden Teil von Frauen erledigt. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sagte im Rahmen der Veröffentlichung der ersten Daten zum Frauenbericht 2010: „Männer sind zu bequem, und Frauen machen es ihnen zu leicht.“ Sie fordert die Männer auf, Ihren Teil an der Familienarbeit zu leisten, denn“ das sind alles Tätigkeiten, die sie genauso erledigen können.“ In diesem Bereich hat sich seit der Veröffentlichung des letzten Frauenberichts nur wenig geändert. 1992, sowie 2009 verrichteten Frauen 69 Prozent der unbezahlten Arbeit.
Veröffentlichung im Sommer
Der letzte Frauenbericht wurde 1995 von der kürzlich verstorbenen ehemaligen Frauenministerin Johanna Dohnal (SPÖ) veröffentlicht. Erst Doris Bures (Frauenministerin von 2007 bis Mitte 2008) gab wieder einen Frauenbericht in Auftrag, aus dem am Freitag die ersten Zahlen veröffentlicht wurden. Der Frauenbericht 2010 soll bis Sommer 2010 zur Gänze veröffentlicht werden.
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