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Depression
Überblick
Das Risiko an einer Depression zu erkranken liegt bei 5-12%, wobei Frauen zu rund zwei Drittel betroffen sind. Die Ursachen sind multifaktoriell zu verstehen. Diese kann möglicherweise hormonelle Ursachen haben, wie Veränderungen im Menstruationszyklus, Schwangerschaft, die Zeit nach einer Entbindung, Prämenopause und Menopause. Viele Frauen sind auch einer möglicherweise hier bedeutsamen Dreifachbelastung mit Haushalt, Arbeit und Kindererziehung ausgesetzt.

Quelle: The World Health Report, 2001
Es besteht ein Teufelskreis zwischen Armut und psychischer Gesundheit. Ein geringes Einkommen, eine niedrigere Ausbildung und Arbeitslosigkeit erhöhen das Risiko an einer Depression zu erkranken. Eine psychische Erkrankung kann wiederum dazu führen, dass die betroffene Person ihren Arbeitsplatz verliert und der Weg sie in die Armut führt, was die Entstehung bzw. Aufrechterhaltung einer Depression begünstigt.
Wesen und Anzeichen der Depression
Die betroffene Person leidet unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und einer Verminderung des Antriebs. Die Verminderung der Energie führt zu leichterer Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung. Deutliche Müdigkeit tritt oft nach nur kleinen Anstrengungen auf.
Andere häufige Symptome sind:
- Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
- Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
- Selbstmordgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Selbstmordhandlungen
- Schlafstörungen
- Verminderter Appetit
Was sind die Ursachen einer Depression?
Die Ursachen einer Depression sind sehr komplex und bestehen aus genetischer Veranlagung, psychologischen und sozialen Faktoren und biologischen Veränderungen der Signalübertragung im Gehirn:
- Familiäre Ursachen
- Veränderungen von Gehirnstrukturen oder Gehirnfunktionen
- Psychologische Ursachen – Geringes Selbstwertgefühl, schwerer Verlust, belastende Veränderung der Lebensumstände
- Life-Events, also belastende Lebensereignisse; häufig eine Kombination aus den eigenen Möglichkeiten der Verarbeitung, der vorhandenen sozialen Unterstützung und biologischen Faktoren
Näher Informationen zu Depression nach der Geburt finden sie im Fact Sheet Postpartale Depression.
Wie kann eine Depression behandelt werden?
Ohne Behandlung können die Symptome wochenlang, monatelang oder sogar jahrelang anhalten. Mit einer geeigneten Behandlung kann jedoch den meisten Menschen, die an einer Depression leiden, geholfen werden:
- Psychotherapie
Schon bei den ersten Anzeichen einer Depression ist es wichtig, professionelle Hilfe zu suchen, sei es in Form von Psychotherapie und/oder Psychopharmakatherapie (Medikamente) gemeinsam mit Psychotherapie.
- Lichttherapie
Manche Depressionen treten nur zu bestimmten Jahreszeiten auf (meist Frühjahr oder Herbst). Helles Licht kann in diesen Fällen antidepressiv wirken. Die Patientin wird zur Behandlung ein bis zwei Stunden einem hellen, Tageslicht ähnlichen Licht ausgesetzt. Die Therapie, die über etwa 14 Tage durchgeführt wird, hat nur mittelstarke Wirkung – aber praktisch keine Nebenwirkungen. Sie wird häufig mit Medikamenten kombiniert.
Konsum von Antidepressiva bei Frauen
Es liegen zahlreiche übereinstimmende Befunde vor, dass Frauen deutlich mehr Medikamente verschrieben werden als Männern, je nach Alter bis zu 70% mehr. Besonders deutlich ist der Geschlechtsunterschied bei Antidepressiva.
Verordnungen von Psychopharmaka nach Geschlecht, Österreich 1999

Quelle: Institut für Medizinstatistik (IMS) Wiener Gesundheitsbericht - 2000
Hemmend für die Inanspruchnahme professioneller Hilfe ist, dass “depressiv sein” noch immer als Schwäche interpretiert wird. Eine andere Erklärung ist Unkenntnis, Tabuisierung und ein erschwerter Zugang zu Psychotherapie. Dies entspricht jedoch keinesfalls den Tatsachen. Frauen, die sich über einen längeren Zeitraum depressiv fühlen, sollten daher unbedingt Hilfe aufsuchen.
Psychotherapieschulen
Information, Rat und Hilfe
- BÖP – Helpline
Das Info-Telefon der PsychologInnen: 01- 4079192 - Wiener Verband für Psychotherapie
Rosenbursenstraße 8/7, 1010 Wien, Tel: 01-5127102, e-mail: wlp@pips.co.at - Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Löwengasse 3/5/6, 1030 Wien, Tel: 01-5127090, e-mail: oebvp@psychotherapie.at - F.E.M. Frauengesundheitszentrum Semmelweis FrauenklinikBastiengasse 36-38, 1180 Wien, Tel: 01-47615 5771
- F.E.M. Süd Frauengesundheitszentrum Kaiser Franz Josef Spital
Kundratstraße 3, 1100 Wien, Tel: 01-60191 5201 - Verein Frauen beraten Frauen
Lehárgasse 9/2/17, 1060 Wien und Seitenstettengasse 5/7, 1010 Wien, Tel: 01-5876750, e-mail: verein@frauenberatenfrauen.at - Frauensache – Institut für frauenspezifische Psychotherapie, Supervision, Coaching und Weiterbildung
Reindorfgasse 29, 1150 Wien, Tel: 01-8958440, e-mail: office@frauensache.at - Hilfe für Angehörige und Freunde psychisch Kranker
Bernardgasse 36/14, 1070 Wien, Tel.: 01/5264202 - Psyonline – Online-Suche nach PsychotherapeutInnen in Ihrer Nähe
- Club D&A, Selbsthilfe bei Depression und Angststörungen
Schottenfeldgasse 40/Tür 8, 1070 Wien, Tel: 01-4077727, e-mail: office@club-d-a.at - Telefonseelsorge und E-Mail-Beratung
24 Stunden am Tag, Tel: 142 - Kriseninterventionszentrum
Spitalgasse 11/3.Stock, 1090 Wien, Tel: 01-4069595, e-mail: verwaltung@kriseninterventionszentrum.at - Wiener Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung für Krankenversicherte
Rosenbursenstraße 8/7, 1010 Wien, Tel: 01-9688025, e-mail: wgpv@psychotherapie-wien.at - Verein für ambulante Psychotherapie für Krankenversicherte in Wien und NÖ
Möllwaldplatz 4/4/38, 1040 Wien, Tel: 01-4025696, e-mail: vap@boep.or.at - Institut für Psychotherapie und psychische Gesundheit, PSD
Modecenterstraße 14/1.Stock/Block B, 1030 Wien, Tel: 01-4000-53145, e-mail: kontakt@psd-wien.at - Gesundheitszentrum Psychotherapie, Wiener Gebietskrankenkasse
Mariahilfer Straße 85-87, 1060 Wien, Tel: 01-60122-40751. e-mail: elfriede.hammer@wgkk.sozvers.at - Psychotherapeutische Beratungsstelle, PSD
Schwaigergasse 35, 1210 Wien, Tel: 01-2700582, e-mail: kontakt@psd-wien.at - Psychiatrische Beratungsstelle für Frauen
Hainburger Straße 68 - 70
1030 Wien
Tel. (1) 4000-53160 oder (1) 31330
E-Mail: kontakt@psd-wien.at - Wiener Psychoanalytisches Ambulatorium, Wiener Psychoanalytische Vereinigung
Gonzagagasse 11, 1010 Wien, Tel: 01-5330766, e-mail: ambulatorium@wpv.at - Psychotherapiezentrum Apostelhof (PZA)
Apostelgasse 25-27/Hof rechts/2.Stock, 1030 Wien, Tel: 01-7128288 - Psychoanalytische Beratungsstelle, Wiener Arbeitskreis für Psychotherapie
Berggasse 17/4/26, 1090 Wien, Tel: 01-3193566, e-mail: psychoanalyse.aon.at
Ansätze eines frauenspezifischen Zugangs zu Frauengesundheit auf internationaler Ebene
Ein frauenspezifischer Ansatz bei der Beratung von Frauen und Mädchen und Qualitätskriterien für eine frauenorientierte Psychotherapie wurden schon in allen Beratungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt Frauen gefordert und umgesetzt.
Ein frauenspezifischer Ansatz wird speziell auch bei Suchtmittel und Depression verfolgt. Ein interessantes Projekt ist das Modellprojekt “Nürnberger Bündnis gegen Depression”: Hauptziel ist eine Enttabuisierung des Themas “Depression” durch Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins mithilfe von Kinospots, Plakaten, Vorträgen, Medienberichten und Aktionstagen im Kampf gegen die Ausgrenzung Betroffener.
Weiters wird in allen Ländern eine Aufklärung der Öffentlichkeit zu Symptomen einer depressiven Erkrankung als sehr wesentlich gesehen.
Aktuelle Themen betreffen auch Frauen und Medikamentenabhängigkeit – Selbsthilfegruppen, sowie Depression bei älteren Frauen.
Ein weiteres Projekt ist das “Zuger Bündnis gegen Depression” – Seine Kernbotschaften sind: Depression kann jeden treffen, Depression hat viele Gesichter, Depression ist erfolgreich behandelbar.
Ein besonderes Thema ist die Post Partale Depression (PPD - Depression der Mutter nach der Geburt): Ein Thema, das lange Zeit nicht wahrgenommen wurde, jedoch in Australien seit Jahren gut etabliert ist. Getroffene Maßnahmen für betroffenen Frauen sind Screenings von Schwangeren durch den EPDS, Telefonische Unterstützung und Informationen und vor allem das Aufmerksammachen auf dieses Thema in der Öffentlichkeit.
Deutschland:
- The AKT – Quality Criteria for Women-Oriented Psychotherapy
- Suchtmittel und Depression - Frauenspezifischer Ansatz, Ressourcenorientierte individuelle Behandlung, Selbstmanagement-Ansatz, Behandlung von Klientinnen mit Doppeldiagnosen
Schweiz:
England:
USA:
Kanada:
Australien:
- DepressioNet
- The Auseinet Project - The Australian Network for Promotion, Prevention and Early Intervention for Mental Health
Neuseeland:
Den kompleten Artikel im pdf-Format finden Sie hier.
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