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Entsehungsgeschichte des Wiener Programms für Frauengesundheit
Frauengesundheit in Wien – WHO initiierte Milestones
- 1991: WHO-Konferenz: „Women, Health and Urban Policies“
- 1992: WHO-Projekt: “Women´s Health Promotion in a Women´s Hospital”
- 1994: WHO-Konferenz: “Women´s Health Counts”
- 1995/96: Austrian Women´s Health Profile & Wiener Frauengesundheitsbericht -> Vienna Statement WHO
- 1997/98: Frauengesundheitsprogramm der Stadt Wien
- 2002: Gender & Health Conference , Wien
Am 9. November 1998 hat der Gemeinderat der Stadt Wien das Wiener Programm für Frauengesundheit sowie die Schaffung der Funktion der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten mit den Stimmen aller Parteien beschlossen.
Das Wiener Frauengesundheitsprogramm wurde von einer ExpertInnenkommission, welcher sowohl FachexpertInnen aus den medizinischen Bereichen der Onkologie, Chirurgie, Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Kinderheilkunde, Sozialmedizin, Medizinsoziologie, Ernährungswissenschaften, Psychologie und Psychotherapie, Geriatrie, Endokrinologie, als auch die Präsidentin des österreichischen Hebammengremiums, der Leiter und eine Mitarbeiterin der Wiener Patientenanwaltschaft, VertreterInnen von Selbsthilfegruppen, der Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbundes, die Leiterin sowie eine Mitarbeiterin der Pflegedirektion, ExpertInnen aus dem Gewaltpräventionsbereich, der Frauenhäuser sowie leitende MitarbeiterInnen der Stadt Wien unter dem Vorsitz der Stadträt/-in Mag. Renate Brauner und Dr. Sepp Rieder erarbeitet.
Als Wiener Frauengesundheitsbeauftragte wird mit 3. Mai 1999 ao. Univ.-Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger bestellt.
Ihre Aufgabe besteht darin, für die Umsetzung des Wiener Programms für Frauengesundheit Sorge zu tragen, die beschlossenen Pilot-Projekte zu realisieren, sowie im Rahmen des Gender Mainstreamings dem Thema Frauengesundheit in Kooperation mit anderen Magistratsabteilungen mehr Beachtung zu verleihen.
Wie im Gemeinderatsbeschluss vorgesehen, wurde mit der sofortigen Umsetzung der vier Pilotprojekte des Programms (F.E.M.Süd Frauengesundheitszentrum, PPD-Projekt, Brustkrebs „Die Klügere sieht nach“, Essstörungshotline) sowie zahlreicher weiterer Maßnahmen des Wiener Programms für Frauengesundheit nach Installierung des Büros der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten im Mai 1999 begonnen. Das Büro wird von der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten ao. Univ.-Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger geleitet.
Das Wiener Frauengesundheitsprogramm wurde per Beschluss des Gemeinderatsausschusses für Gesundheits- und Spitalswesen vom 6. November 2002 für die operative und administrative Abwicklung aus dem Bereich der MA 15 in den Fonds Soziales Wien (FSW) verlagert. Die inhaltliche Kompetenz und Verantwortung für das Wiener Programm für Frauengesundheit bleibt bei der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten.
Handlungsfelder
Die inhaltliche Prioritätensetzung orientiert sich an den folgenden zwölf im Rahmen des Programms für Frauengesundheit erarbeiteten Handlungsfeldern:
Ziele und Maßnahmen im Bereich
- der Brustkrebsfrüherkennung
- der Mutter-Kind- und Schwangerenbetreuung sowie postpartalen Depression
- der psychischen Gesundheit der Frauen
- der Suchtprävention bei Frauen
- der Gewalt gegen Frauen
- der älteren und alten Frauen
- der rechtlichen Aspekte von Frauen im Gesundheitswesen
- der Verbesserung der Betreuungsstandards und Kommunikation für Frauen im Gesundheitswesen
- der Gesundheit von Migrantinnen
- der Gesundheit von Frauen in der Arbeitswelt
- der Karriereförderung für Frauen im Gesundheitswesen
- der gesundheitliche Situation von Müttern zu deren Unterstützung
Folgende Grundsätze sind als handlungsleitend für die Umsetzung des Programms für Frauengesundheit erarbeitet worden:
- Chancengleichheit für Frauen und Männer in Gesundheit und Sozialem
- Geschlechterspezifische Konkretisierung von Gesundheit
- Anerkennung von Gesundheit als biopsychosoziale Dimension
- Sicherung von Lebensqualität während des gesamten Lebens
- Differenzierung von Gesundheit in verschiedenen Lebensphasen
- Unterstützung von benachteiligten Zielgruppen in Gesundheitsbelangen
- Stärkung von Autonomie und Mitgestaltung im Gesundheitsbereich von Seiten der Frauen
- Respektierung der körperlichen und psychischen Integrität von Frauen
- Förderung eines gesunden Lebensstils
- Gesunde Lebensumwelten für Frauen und Kinder
- Kooperation und Vernetzung als Arbeitsprinzip
- Methodenvielfalt im Zugang zur Behandlung auf Grund einer ganzheitsmedizinischen Sichtweise
Das Wiener Programm für Frauengesundheit spannt den Bogen über alle Altersgruppen und über Problemfelder von psychischer Gesundheit bis zur frauenspezifischen Gesundheitsvorsorge und Früherkennung.
Zur Entstehungsgeschichte der Frauengesundheitsbewegung.
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