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Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Überblick

Jede 5. Frau in Österreich ist von Gewalt in der Familie betroffen. Allerdings kommt nicht jede Gewalttat zur Anzeige. Jede Frau kann Opfer männlicher Gewalt werden, unabhängig von Alter, Schicht, Herkunft und Kultur. In Familie oder Partnerschaft kommt Gewalt in unterschiedlichsten Formen vor. Fast immer sind Frauen und Kinder die Opfer und Männer die Gewalttäter. 90 Prozent aller Gewalttaten passieren im sozialen Nahraum. Daher ist nicht der finstere Park der gefährlichste Ort für die Betroffenen, sondern das eigene Zuhause.

Ursachen und Auswirkungen von Gewalt

Frauen fällt das Beenden einer Gewaltbeziehung und das Loslösen vom gewalttätigen Partner oft sehr schwer. Die Beziehung ist oft von Anhängigkeit und Hilflosigkeit geprägt und der Mut und die Kraft für eine Trennung wird erst dann aufgebracht, wenn die Gewalt auf die Kinder übergreift. 

Warum ertragen die Frauen so eine gewalttätige Beziehung?
Zum einem haben sie Angst vor der Reaktion des Gewalttäters und weiters glauben sie an eine idealisierte Liebe. Es mangelt ihnen an Alternativen, sie vertreten ein konventionelles weibliches Rollenbild, sie hoffen immer wieder auf Veränderungen oder haben mangelnde Ressourcen zur Bewältigung dieser Situation.

Die Langzeitfolgen dieser Traumatisierung sind Depressionen, Psychosomatosen, dissoziative Störungen, Sexualstörungen, Beziehungsstörungen und Suchterkrankungen. 

 

Weitere Details dazu im pdf-Dokument Gewalt.pdf.


Projekte des Wiener Programms für Frauengesundheit zum Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder:

  • Curriculum “Gewalt gegen Frauen und Kinder” – Aus- und Fortbildung für MitarbeiterInnen der Wiener Gemeindespitäler
  • Opening “Frauengesundheit als kommunale Aufgabe – Gemeinsame Strategien gegen Gewalt an Frauen und Kindern”

 

Weitere Details dazu im pdf-Dokument Gewalt.pdf.

Definition zu Gewalt gegen Frauen und Kinder

  • Körperliche Gewalt umfasst leichte Ohrfeigen und wütendes Wegschubsen über Werfen oder Schlagen mit Gegenständen bis hin zu Verprügeln, Würgen und Waffengewalt.
  • Sexuelle Gewalt umfasst Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und unterschiedliche Formen von sexueller Nötigung unter Anwendung von körperlichem Zwang oder Drohungen.
  • Sexuelle Belästigung umfasst unter anderem sexistische und geschlechtsbezogene entwürdigende, bzw. beschämende Bemerkungen und Handlungen, unerwünschte körperliche Annäherung, Annäherungen in Verbindung mit Versprechen von Belohnungen und/oder Androhung von Repressalien. In extremen Fällen kommen auch sexuelle Aggressionen sowie körperliche Gewaltanwendung hinzu.
  • Psychische Gewalt umfasst die Schädigung und Verletzung eines anderen durch Vorenthalten von Zuwendung und Vertrauen, durch seelisches Quälen und emotionales Erpressen.

     


Weitere Details sowie Zahlen dazu im pdf-Dokument Gewalt.pdf.

 

 

Details

Ausführliche Informationen zu diesem Thema bietet das Dokument "Gewalt.pdf", das Sie hier als pdf-File downloaden können.

 

Hilfseinrichtungen

Notrufe von 0-24 Uhr

24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien
Tel: 01 – 71719, e-mail: frauennotruf@m57.magwien.gv.at

Der Frauennotruf ist rund um die Uhr eine Anlaufstelle für Frauen und Mädchen, die von sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind. Rasche Soforthilfe und Krisenintervention sowie Beratung und Betreuung bei akuten Gewalterfahrungen sind zentrale Angebote des Frauennotrufs. Mitbetroffene Angehörige, Freunde, Freundinnen oder Bekannte können ebenso das Angebot einer Beratung nützen.

Angebote

  • Soforthilfe von 0 bis 24 Uhr
    • Auch an Wochenenden und Feiertagen
    • Anonym und kostenlos
  • Telefonische und persönliche Beratung
    • Krisenintervention
    • Psychologische, soziale und rechtliche Beratung und Betreuung
    • Beratung von Angehörigen, Freunden, Freundinnen, Bekannten
    • Vermittlung zu Institutionen im Sozial- und Gesundheitsbereich
  • E-Mail und Chatberatung http://www.wien.gv.at/ma57/notruf.htm
  • Begleitung und Unterstützung bei
    • Anzeigen
    • Gerichtsverhandlungen
    • Medizinischen Untersuchungen
  • Fortbildungsveranstaltungen für Institutionen

 

Frauenhäuser Wien
www.frauenhaeuser-wien.at

 

Notruf Tag und Nacht - Sie erreichen uns durchgehend unter folgenden Nummern:
01/ 743 12 90   -   01/ 202 55 00   -   01/ 408 38 80   -   01/ 545 48 00 

 

In den Frauenhäusern arbeiten Mitarbeiterinnen mit unterschiedlichen Muttersprachen als Team zusammen. Mit ihnen können Sie offen über Ihre Gewalterfahrung und -bedrohung sprechen.


Die Mitarbeiterinnen unterstützen und beraten Sie vertraulich und in Ihrem Interesse bei:

  • der Erstellung eines Sicherheitsplanes
  • der Klärung Ihrer Lebenssituation
  • Behörden- und Gerichtswegen (Anzeige, Scheidung, Obsorge, etc.)
  • der Trennung von Ihrem gewalttätigen Mann
  • Problemen und Fragen, die Ihre Kinder betreffen
  • der Durchsetzung Ihrer Rechte

 

Sie leben vorübergehend mit anderen Frauen und deren Kindern, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden, in einem Haus. Sie können hier in Ruhe und ohne Druck überlegen, was Sie weiter tun wollen.
Sie alleine entscheiden, ob Sie eine polizeiliche Anzeige machen, sich von Ihrem Mann trennen oder rechtliche Schritte setzen wollen. Die Mitarbeiterinnen unterstützen Sie dabei.

 

  • Die Frauenhäuser sind Tag und Nacht erreichbar und bieten besondere Schutzmaßnahmen.
  • Die Adresse wird geheim gehalten.
  • Männer haben keinen Zutritt.
  • Im Frauenhaus leben Sie selbstständig und sind für sich und Ihre Kinder verantwortlich.
  • Wenn Sie ohne Einkommen sind, kann von einem Kostenbeitrag abgesehen werden.

 

Frauenhelpline gegen Männergewalt: 0800 – 222 555

 

Der Helpchat: www.haltdergewalt.at bietet zusätzlich anonyme Hilfestellung.

 

Interventionsstellen

Interventionsstellen sind Opferschutzeinrichtungen, die Frauen und ihren Kindern nach einer polizeilichen Wegweisung des Täters aus der Wohnung, Beratung und Unterstützung anbieten. Die Interventionsstellen wurden als Begleitmaßnahme zum österreichischen Gewaltschutzgesetz eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen nehmen unmittelbar nach einer Wegweisung des Täters mit den Opfern Kontakt auf und informieren sie über Ihre Rechte und Möglichkeiten.

 

Beratungsstellen für Frauen

Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche 

 

 

Weitere Links:

www.kija.at

www.jugendinfo.at

www.jugend.bmgs.gv.at

www.newmedia.at/proj/girl/surf/home.htm

www.kolping.at

www.kinderrechte.gv.at

www.eltern-bildung.at

www.kindernotruf.at

www.confetti.orf.at/rataufdraht/

www.kinderschutzzentrum.at

www.issba.at

Wir danken für die fachkundige Durchsicht Frau Dr. Karin Spacek (Leiterin, 24 Stunden Frauennotruf der Stadt Wien)

Ansätze eines frauenspezifischen Zugangs zu Frauengesundheit auf internationaler Ebene

Die Schwerpunkte bei Kampagnen zu Prävention von Gewalt gegen Frauen sind “Gewalthotlines”, Informationsfolder und Broschüren (auch mehrsprachig). Täter- und Opferarbeit wird als gleichermaßen wichtig eingeschätzt.

In aufwendigen Aufmerksamkeitskampagnen werden Initiativen gestartet wie die Fahnenaktion “Frei leben ohne Gewalt” (Ö), Wäscheleine-Projekt (D), The Hands Project (USA), Remember My Name (USA), “White Ribbon” (CAN) um das Thema “Gewalt” in die Öffentlichkeit zu bringen.

Das Projekt “S.I.G.N.A.L.” in Berlin bietet einen genauen Handlungsleitfaden für die MitarbeiterInnen im Krankenhaus vor allem in der Aufnahmestation, ein wichtiger Ansatz, denn Gewalt durch den Partner / Angehörige wird oft von den Patientinnen als “Unfall” dargestellt und von Ärzt/-innen übersehen! Zu diesem Projekt bestehen enge Fachkontakte und guter Erfahrungsaustausch mit dem von uns erfolgreich durchgeführten Gewalt-Curriculum in den öffentlich geführten Wiener Spitälern.

Allen Präventionsansätzen gemeinsam sind Trainingskurse für Frauen zum Umgang mit männlicher Gewalt. Die Wichtigkeit enger Kooperationsstrukturen zwischen Polizei, Gericht, Unterstützungsangebote für misshandelte Frauen, Unterstützungsangebote für gewalttätige Männer und Unterstützungsangebote für Kinder als Opfer oder Zeugen von Gewalt werden stark in den Gewaltprojekten betont.

Die drei wichtigsten Schritte international sind: Gewalt stoppen – Opfer schützen – Gewaltausübende Personen zur Verantwortung ziehen.

Gewaltpräventionsempfehlungen gehen übereinstimmend in die Richtung, mit Aufklärungsprogrammen in Schulen zu beginnen, auch um vor allem mit Mädchen zu erarbeiten, was eine gute partnerschaftliche, “gesunde Beziehung” ausmacht.

Das Problem des Wegsehens bei Gewalt versucht das englische Projekt “Don´t ignore it – campaign” anzugehen – in einer Aufklärungskampagne mit Werbeeinschaltungen, wo als Metapher kleine Filme gezeigt werden in welcher Weise die Gesellschaft fortwährend häusliche Gewalt versteckt, entschuldigt und ignoriert.

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, Angehörigen Anleitungen und Informationen Angehörigen zu geben, wie sie betroffene Frauen helfend unterstützen können.

 

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Australien:

 

Neuseeland:

 

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