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Herzerkrankungen

Überblick

Chronische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft auf dem Vormarsch. Der Lebensstil in den Industrieländern (ungesunde Ernährung, wenig Bewegung, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum) spielt für die Zunahme eine wichtige Rolle. Die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde in Wien erfreulicherweise seit 1980 um über 40 Prozent reduziert. Sie ist hier aber immer noch um rund 30% höher als in Gesamtösterreich.

Was ist eine koronare Herzerkrankung (KHK)?

Die Herzkranzgefäße versorgen das Herz mit Blut und Sauerstoff. Bei  Durchblutungsstörungen dieser Herzkranzgefäße (Koronararterien) spricht man von einer koronaren Herzerkrankung. Ursache dafür sind Ablagerungen, welche die Koronararterien blockieren oder verengen. Dadurch kann das Blut nicht mehr ungehindert transportiert werden und das Herz kann seine Pumpfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen.

Frauen und Männer sind anders – auch bei den Anzeichen für eine koronare Herzerkrankung!

Frauen sterben häufiger infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer (59% zu 48%), vor allem aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung.


 

Symptome bei der Frau:

  • Brustkorbenge, manchmal ausstrahlend in den linken Arm oder in den Magen
  • Magenbeschwerden, Übelkeit
  • Wirbelsäulenschmerzen
  • Starke, oft lang anhaltende Atemnot
  • Wasseransammlungen in den unteren Gliedmaßen
  • Herzstolpern
  • Chronische Müdigkeit und Schwäche, Benommenheit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Schweißausbrüche

 

Symptome beim Mann:

  • Plötzlicher Druck
  • Brennen, Beklemmung über dem Brustbein für einige Minuten, eher wellenartig mit Besserung und Neuauftreten der Symptome
  • Schmerz, der vom Brustbein bzw. der Brustkorbmitte in die Schultern, den Nacken und in die Arme ausstrahlt
  • Brustkorbbeschwerden mit Benommenheit, Kurzatmigkeit, Schweißausbrüchen, Übelkeit
  • Plötzliches Auftreten von Herzjagen

Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen

  • Rauchen: Rauchen erhöht bei der Frau das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden auf das 4fache.
  • Übergewicht: Übergewicht beeinflusst den Blutdruck und die Blutfettwerte und erhöht somit das Risiko für eine koronare Herzerkrankung.
  • Ungesunde Ernährung – zu hohe Blutfettwerte: Eine zu fettreiche Ernährung kann zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels und damit zu Fetteinlagerungen in den Gefäßwänden führen.
  • Blutzucker – Diabetes mellitus: Diabetes mellitus erhöht das Herzinfarktrisiko bei Frauen um das 3-7fache.
  • Bluthochdruck: Ein lang andauernder sehr hoher Blutdruck bedeutet, dass sich die Arterienwände verändern bzw. verdicken, da sie einem ständigen hohen Druck entgegenwirken müssen. Durch die entstehende Verkleinerung des Gefäßdurchmessers kann es zu einer Verstopfung des Gefäße und einer Mangelversorgung des Herzens kommen.
  • Psychosoziale Belastungsfaktoren: Diese sind der Ökonomischer Status, Bildung, Berufsausbildung, Einkommen, Kinderzahl, berufliche Position, Wohnregion, psychische Konstellation, familiäre Situation und soziales Netzwerk.
  • Stress und seelische Belastung: Viele Frauen sind Mehrfachbelastungen wie berufliche Verpflichtungen, Partnerschaft, Haushalt und Kinderbetreuung ausgesetzt. Dies alles unter einen Hut zu bringen kostet viel Kraft und Anstrengung, worauf der weibliche Körper mit Beschwerden wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Müdigkeit oder Verspannungen reagieren kann.
  • Mangelnde Bewegung: Eine schlechte Herz-Kreislauffitness erhöht das Risiko für eine koronare Herzerkrankung bei der Frau um das 1,5- bis 2,5fache.
  • Hormone: Hormonelle Verhütungsmittel sind für Raucherinnen und Frauen über 35 ein eindeutiger Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen. Auch die Einnahme von Hormonen gegen Wechselbeschwerden kann das Risiko für diese Erkrankung erhöhen.
  • Vererbung: Eine familiäre/erbliche Belastung bei Eltern oder Geschwistern in jüngerem Lebensalter stellt einen Risikofaktor dar, der allerdings nicht beeinflusst werden kann. 

Was kann ich selbst tun? - Maßnahmen zur Vorbeugung

  • Regelmäßige Gesundenuntersuchung
  • Kein oder weniger Rauchen
  • Reduzierung des Übergewichts
  • Gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Ausreichend Bewegung
  • Kontrolle des Blutdrucks
  • Reduzierung von Stress und seelischen Belastungen

Quelle: Folder “Wegweiser zum gesunden Frauenherz”, Wiener Frauengesundheitsprogramm & Herz-Kreislaufpräventionsprogramm der Stadt Wien “Ein Herz für Wien”, 2004

 

 

Wir danken für die fachliche Durchsicht Frau Primaria Univ-Doz. Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer (Kaiser Franz Josef-Spital)

 

Information, Rat und Hilfe

Herzambulanzen:

  • Allgemeine Herzambulanz der klinischen Abteilung für Kardiologie im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
    Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Tel: 01-40400-4623
  • 1. Medizinische Ambulanz in Sozialmedizinischen Zentrum Ost – Donauspital
    Langobardenstraße 122, 1220 Wien, Tel: 01-28802-3150
  • Allgemeine Herzambulanz der 2. Medizinischen Abteilung im Hanusch Krankenhaus
    Heinrich-Collin-Straße 30, 1140 Wien, Tel: 0191021-85310
  • Herzambulanz der 5. Medizinischen Abteilung im Sozialmedizinischen Zentrum Süd – Kaiser-Franz-Josef-Spital
    Kundratstraße 3, 1100 Wien, Tel: 01-60191-2510
  • 4. Medizinische Abteilung mit Kardiologie im Krankenhaus Lainz
    Wolkersbergenstraße 1, 1130 Wien, Tel: 01-80110-2515
  • 2. Medizinische Ambulanz (Herzambulanz) der Krankenanstalt Rudolfstiftung
    Juchgasse 25, 1030 Wien, Tel: 01-71165-2210
  • Herzkreislufambulanz im Sozialmedizinischen Zentrum Sophienspital
    Apollogasse 19, 1070 Wien, Tel: 0152103-3912
  • 3. Medizinische Abteilung mit Kardiologie im Wilhelminenspital
    Montleartstraße 37, 1160 Wien, Tel: 0149150-2310
  • 5. Medizinische Abteilung mit Kardiologie am Kaiser Franz Josef Spital
    Kundratst raße 3, 1100 Wien, Tel  0160191 - 2510

 

Anlaufstellen:

 

Vorsorgeuntersuchung

  • Vorsorgeuntersuchungsstelle der Stadt Wien zur Herz-Kreislauf-Vorsorge
    Romanogasse 27, 1200 Wien, Tel: 01-3331677

 

Weitere interessante Links:

www.bewegungfindetstadt.at

www.oesterreichischerfrauenlauf.at

www.herzfonds.at

www.herzinfo.at

 

Projekte des Wiener Programms für Frauengesundheit zum Thema “Frauenherzen”:

 

Projektphase 1: Informations- und Aufklärungskampagne in Kooperation mit dem Herz-Kreislaufpräventionsprogramm der Stadt Wien “Ein Herz für Wien”

  • Deutschsprachiger Informationsfolder “[Selbst ist die Frau – Wegweiser zum gesunden Frauenherz]”
    Zu bestellen unter der Broschürenhotline 05 05 379-100 oder unter Kontakte elektronisch.
  • Publikumsveranstaltung “Frauenherzen schlagen anders” im Wiener Rathaus
  • Diskussionsveranstaltung “Frauenherzen” im Rahmen der Frauengesundheitstage

 

Projektphase 2: Interventionsprojekt im 10. Wiener Gemeindebezirk

  • Interventionsprojekt zur Gesundheitsförderung und Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen “Nach Herzenslust – Favoritner Frauen leben gesund”. Start: September 2005.

Ansätze eines frauenspezifischen Zugangs zu Frauengesundheit auf internationaler Ebene

Große nationale Aufmerksamkeitskampagnen zu Herzgesundheit bzw. Risiko für Herzerkrankungen bei Frauen sind die “The Heart Truth”- Kampagne und die “Go red for Women”- Kampagne in Amerika. Viele Spendenaktionen sind der Herzforschung speziell für Frauen gewidmet. Es werden von berühmten Schauspielerinnen und Models “Red dresses “ präsentiert und damit Forschungs- und Kampagnengelder lukriert. Andere Ansatzpunkte sind, ähnlich wie Breast-Cancer-Awareness-Kampagnen, wie z.B. Basketball, Seilspringen, Gehen, Ski fahren, Laufen, Radfahren für die Herzgesundheit oder Freiwillige sammeln Spenden, indem sie von Tür zu Tür gehen.

Informationen zur Risikoverringerung beziehen sich vor allem auf eine gesunde Ernährung, Bewegung, nicht Rauchen und die Motivation dies auch zu tun.

 

Deutschland: 

 

Schweiz:

England:

 

Skandinavien:

 

USA:

Kanada:

Australien:

 

Neuseeland:

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