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Humanes Papillomavirus
Was ist HPV?
HPV (Humanes Papillomavirus) ist ein hauptsächlich sexuell übertragbares Virus, mit dem sich sowohl Frauen als auch Männer über Geschlechtsverkehr infizieren können. Humane Papillomaviren können Warzen und Krebsvorstufen bis hin zu Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Anogenitalbereich verursachen. Bisher sind 83 HPV-Typen vollständig beschrieben worden, weitere 30 Typen sind zwar identifiziert aber noch nicht genetisch aufgeschlüsselt.
Man unterscheidet zwischen HPV-Typen mit geringem (low risk) und mit hohem (high risk) Risiko. Geringrisiko-Typen wie z.B. 6, 11, 42, 43, 44 wurden bisher nicht bei Krebserkrankungen gefunden und tragen ein geringes Risiko für eine solche, können aber Genitalwarzen verursachen. Hochrisiko-Typen wie z.B. 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52,56, 58, 59, 68, 69, 73, 82 können zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhalskrebs führen.
- Österreichische Krebshilfe. Broschüre: Sagen sie es weiter: HPV kann Gebärmutterhalskrebs verursachen. http://www.krebshilfe.net/, Stand: 28.06.2007
Wie kann ich mich mit HPV infizieren bzw. wie kann ich mich schützen?
Das Virus ist sehr weit verbreitet, rund 70% aller Frauen im deutschsprachigem Raum sind oder waren bereits infiziert. HPV wird in erster Linie durch sexuelle Kontakte übertragen. Doch die Benutzung eines Kondoms bietet nur einen gewissen Schutz vor einer Ansteckung, da HPV nicht nur über Körperflüssigkeiten, sondern auch über die Haut übertragen werden kann. Dennoch kann man durch den Einsatz von Kondomen das Risiko einer Infektion um 70% reduzieren, und sich vor anderen Geschlechtskrankheiten schützen. Bitte benutzen Sie Kondome zu Ihrem Schutz!!!
- Centers for Disease Control and Prevention. Lauri E. Markowitz, Eileen F. Dunne, Mona Saraiya, Herschel W. Lawson, Harrell Chesson, Elisabeth R. Unger. Quadrivalent Human Papillomavirus Vaccine.12.3.2007, Vo. 56 (Early Release); 1-24. www.cdc.gov
- Impfplan 2007 Österreich
Wie sind die Symptome einer HPV Infektion?
Die Mehrheit der Infektionen heilt innerhalb von 8 bis 14 Monaten aus und zeigt in ihrem Verlauf nur selten Symptome. Genitale Warzen lösen kaum Juckreiz oder Brennen aus. Sollten diese Symptome auftreten, kann das auch andere Ursachen haben, die gynäkologisch abgeklärt gehören.
Eine länger andauernde Infektion durch einem Hochrisiko-Typ kann jedoch Gebärmutterhalskrebs verursachen. Neben HPV gibt es auch andere Faktoren, die das Risiko für die Entstehung eines Zervixkarzinoms anheben, wie z.B. frühe Kohabitarche, langjährige orale Kontrazeption („Pille“), Rauchen, einseitige Ernährung und frühe erste Schwangerschaft.
- Centers for Disease Control and Prevention. Lauri E. Markowitz, Eileen F. Dunne, Mona Saraiya, Herschel W. Lawson, Harrell Chesson, Elisabeth R. Unger. Quadrivalent Human Papillomavirus Vaccine.12.3.2007, Vo. 56 (Early Release); 1-24. www.cdc.gov
- ECCCE, Europäisches Konsortium für öffentliche Aufklärung über Gebärmutterhalskrebs. Broschüre: Gebärmutterhalskrebs und HPV, 2004. www.eccce.org
Was ist die HPV-Impfung?
In Österreich ist zurzeit den Impfstoff Gardasil auf dem Markt, der vor Infektionen durch die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 schützt. Die zwei high risk HPV-Typen (16,18) verursachen 70% der malignen Gebärmutterhalskrebserkrankungen und die zwei low risk HPV-Typen (6,11) 90% aller Genitalwarzen.
Getestet wurde der Impfstoff an jungen Frauen im Alter von 16 bis 26 Jahren. Männer und Buben waren aus der Studie ausgenommen. Die HPV-Impfung ersetzt nicht den Besuch beim Frauenarzt und den jährlichen Krebsabstrich.
- Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht für Gardasil. 2006. European Medicines Agency. www.emea.eu
Wer soll/kann geimpft werden?
In Europa ist der Impfstoff Gardasil für Mädchen und Frauen zwischen 9 und 26 Jahren und zusätzlich für Buben zwischen 9 und 15 Jahren zugelassen. Die Impfung sollte vor dem ersten Kontakt mit HPV vorgenommen werden, da es sich um ein sexuell übertragenes Virus handelt, sollte vor dem ersten sexuellen Kontakt geimpft werden. Von einer Impfung bei Kindern unter 9 Jahren wird von der Europäischen Arzneimittelbehörde abgeraten. Viele Experten vertreten die Meinung auch Buben zu impfen, um die Infektionskette zu unterbrechen.
- Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht für Gardasil. 2006. European Medicines Agency. www.emea.eu
- Al V. Taira, Christopher P. Neukermans, Gillian D. Sanders. Evaluating Human Papillomavirus Vaccination Programs. In: Emerging Infectious Diseases, Vol. 10, No. 11, November 2004. www.cdc.gov/eid
Was kostet die Impfung?
Eine Vollimpfung, bestehend aus drei Teilimpfungen, kostet in Österreich, mit Ausnahme von Kärnten und Niederösterreich, zur Zeit (Juli 2007) auf Grund einer Aktion der österreichischen Apotheker 465 Euro. In Niederösterreich läuft seit 2. Mai 2007 ein Pilotprojekt, dass eine Grundimmunisierung um 270 Euro für Frauen zwischen 9 und 26 Jahren mit Hauptwohnsitz in Niederösterreich ermöglicht. In Kärnten kostet eine Vollimpfung 390 Euro.
- http://www.kaerntnerwoche.at/kw/sunday/39140/index.do, Stand: 05.05.2007
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