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Prostitution und Gesundheit
Bedeutung
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Die Prostitution, auch Sexarbeit oder sexuelle Dienstleistung genannt, bezeichnet sexuelle Handlungen gegen Entgelt. Man versteht darunter nicht nur die „klassische“ Prostitution, sondern zur Sexarbeit zählen ebenso Striptease, Online-Sex-Dienste, Telefonsex sowie die verschiedensten Arbeiten in der Sexindustrie.
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Verschiedene Formen der Prostitution sind praktisch in jeder Kultur zu finden und ihre gesellschaftliche Bedeutung ist in den letzten Jahrzehnten einem starken Wandel unterlegen.
Situation in Österreich
In Österreich gibt es im Vergleich zu anderen europäischen Ländern einen sehr hohen Anteil an ausländischen Frauen in der Sexarbeit (70-80 %). Wesentliche Faktoren wie Angst und Sprachbarrieren halten viele dieser Frauen davon ab, Organisationen, Behörden und Ämter aufzusuchen.
Genau diese Frauen müssen ermutigt werden, mithilfe von regelmäßigen Untersuchungen auf ihre Gesundheit und somit auch auf die Gesundheit ihrer Kunden mehr Rücksicht zu nehmen.
In Österreich sieht man die Prostitution häufig in Verbindung mit einer potenziellen Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Mit verpflichtenden, medizinischen Kontrollen der Prostituierten soll diese mögliche Gefahr abgeschwächt werden.
Prostitution in Wien
Wien ist die österreichische „Hochburg“, der legalen, wie auch der illegalen Prostitution.
Im ersten Halbjahr 2007 zählte man in Wien 1352 weibliche und 21 männliche registrierte Prostituierte mit Kontrollkarte. Die Dunkelziffer der Prostituierten wird von NGO´s hingegen auf 3.000 bis 8.000 geschätzt.
Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt bei 17 Jahren.
Hinsichtlich der Freierkontakte ist ebenso nur eine sehr vage Aussage zu treffen. Niedrig geschätzt hat eine Prostituierte im Durchschnitt 3 Kunden pro Tag.
Genaue Zahlen gibt es nicht, da die Prostitution nach wie vor eines der größten Tabuthemen ist und es auch keine Einigkeit darüber gibt, wie viele Personen illegal in diesem Gewerbe tätig sind.
Recht
Die Prostitution wird zwar einerseits gesetzlich geduldet (ab 18 Jahren), andererseits wird sie aber in der Gesellschaft nicht als Erwerbsarbeit anerkannt, sondern als eine unmoralische und anstößige Tätigkeit gesehen.
Nach österreichischer Rechtssprechung ist Prostitution "sittenwidrig". Die Frauen können deshalb weder ein Dienstverhältnis als Sexarbeiterinnen eingehen, noch können sie als Selbständige ihr Honorar einfordern, da ihre Tätigkeit nicht als Erwerbsarbeit anerkannt ist.
Als Prostituierte ist man in Österreich in einer rechtslosen Situation, muss aber die staatlichen Pflichten erfüllen. Steuern zahlen gehört da ebenso dazu wie die gesetzliche Registrierung. Unter diesem Aspekt stellt sich die Frage der Registrierung für viele der Prostituierten erst gar nicht.
Um legal in der Prostitution arbeiten zu können, ist eine Meldung in Österreich notwendig. Außerdem müssen die Frauen und Männer den Behörden mitteilen, wo sie arbeiten und die gesetzlich vorgeschriebenen amtärztlichen Untersuchungen vornehmen lassen. Die weitere Regelung obliegt den einzelnen Bundesländern.
Risiken & gesundheitliche Probleme
Legal beschäftigte Prostituierte in Wien unterliegen der Pflicht, sich wöchentlich am Gesundheitsamt – im STD Ambulatorium zur Diagnose und Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten – untersuchen zu lassen.
Vor allem illegal beschäftigte Prostituierte setzen ihre Kunden und vor allem sich selbst einem enormen Risiko aus, sich mit Krankheiten zu infizieren, die eigentlich schon längst ausgestorben sein sollten.
Bei einem Viertel der festgenommenen Geheimprostituierten haben die Gesundheitsbehörden Mehrfachinfektionen durch Geschlechtskrankheiten festgestellt. Registrierte Prostituierte zählen hingegen laut Gesundheitsbericht der Stadt Wien zur "gesündesten" Personengruppe.
Ähnlich wie die Behörden äußern sich auch verschiedene Menschenrechts- und Migrantenorganisationen, die auf die schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Prostituierten hinweisen, das Thema Prostitution enttabuisieren wollen und eine bessere arbeits- und sozialrechtliche Anerkennung von Sexarbeit sowie die Beseitigung diskriminierender aufenthalts- und arbeitsrechtlicher Bestimmungen fordern
Zu den größten gesundheitlichen Problemen von Prostituierten zählen somit sexuell übertragbare Krankheiten, Drogen- und Alkoholabhängigkeit, mangelnde Vorsorgeuntersuchungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen und Depressionen.
Zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STD) zählen:
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Chlamydien
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Pilzinfektionen
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Syphilis
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Tripper (Gonorrhoe)
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Herpes genitalis
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Feigwarzen
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Hepatitis A, B und C
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Bakterielle Vaginose
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Trichomonaden
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Balantitis (Entzündung der Eichel)
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HIV / AIDS
HIV wird unter anderem über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch übertragen. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und durch die Benützung bereits gebrauchter Spritzen bei der intravenösen Injizierung von Drogen.
HIV wird in mehr als 50% der Fälle sexuell übertragen. Durch die Verwendung eines Kondoms (Safer Sex) kann eine Übertragung verhindert werden.
Gewalt
Rund 85% der Prostituierten wurden in ihrer Kindheit sexuell missbraucht oder weisen eine Art von Gewalterfahrung auf. Somit gibt es bei posttraumatischen Belastungsstörungen einen signifikanten Zusammenhang mit den körperlichen Misshandlungen in der Kindheit.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass das Alter der Frauen stark mit der Häufigkeit von Gewalttaten zusammenhängt. Je jünger die Frauen sind, desto häufiger werden sie Opfer einer Gewalttat. Etwa 80% werden während ihrer Zeit als Prostituierte misshandelt, bedroht oder vergewaltigt.
Es ist daher im Sinne der Gewaltprävention besonders wichtig, Mädchen und junge Frauen in der Prostitution zu erreichen, sie zu unterstützen und zu stärken sowie mit ihnen Alternativen für ein Leben außerhalb der Prostitution zu entwickeln.
Knapp 90% der Frauen und Mädchen würden sofort aussteigen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.
Eine Befragung ergab eine Liste von Bedürfnissen, an denen man sehen kann, in welchen Bereichen Interventionen nötig sind:
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Eigene Wohnung / sicherer Ort
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Job Training
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Behandlung bei Drogen- oder Alkoholmissbrauch
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Gesundheitsversorgung
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Peer support
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Selbstverteidigungsversorgung
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Einzelberatung / Gesprächstherapie
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Legalisierte Prostitution
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Kinderbetreuung
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Schutz von Zuhältern
Links & Beratungsstellen
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LEFÖ – Beratung, Bildung & Begleitung von Migrantinnen
Die unabhängige Organisation LEFÖ arbeitet seit 13 Jahren mit Migrantinnen in der Sexarbeit zusammen. Die Mitarbeiterinnen fordern einerseits eine Änderung des Fremdenrechts und andererseits setzten sie sich für die Legalisierung von Prostitution als Erwerbsarbeit ein.
www.lefoe.at
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SOPH!E – Bildungsraum für Prostituierte (Wien)
http://www.sophie.or.at/
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LENA – Internationaler Treffpunkt und Beratungsstelle für Frauen, die in der Prostitution arbeiten und deren Freundinnen (Linz)
www.caritas-linz.at
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MAIZ – Autonomes Integrationszentrum von & für Migrantinnen (Linz)
www.maiz.at
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BIHF – Beratung, Information und Hilfe für Frauen in der Sexarbeit
Mobile Beratungshilfe
Hotline: 0676/83 402 277
Quellen
http://www.peripherie.ac.at/docs/veranstaltungen/veranstaltungstexte_gleichstellung.pdf
http://www.lefoe.at/design/content.php?page=a&lang=de&content=180
http://www.schule.suedtirol.it/blikk/angebote/mfg/kb2002/liebenverboten/lie03.htm
http://oe1.orf.at/highlights/105709.html
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