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Unerfüllter Kinderwunsch

Etwa jedes 5. bis 7. Paar leidet unter ungewollter Kinderlosigkeit.

Die Ursachen dafür können körperlicher und/oder psychischer, bzw. sozialer Natur sein. Tritt über einen Zeitraum von zwei Jahren trotz Kinderwunsch und ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft ein, so ist dieser Zustand laut WHO als Krankheit zu definieren und entsprechend abzuklären und zu behandeln. In etwa 40% liegt die Ursache beim Mann, in 40% bei der Frau und in 20% bei beiden. Es sollte deshalb beim unerfüllten Kinderwunsch eines Paares nicht nur die Frau, sondern auch der Mann untersucht werden.

Quelle: http://www.med4you.at/kinderwunsch/kinderwunsch_probleme.htm#Definitionen%20und%20Statistik

 

 

Mögliche Probleme bei der Frau:

  • Keine oder ungenügende Eireifung / kein Eisprung: (Meistens eine Hormonstörung als Ursache)
  • Eileiterprobleme
  • Endometriose (gutartige Erkrankung, wo Gewebe, ähnlich dem der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) im Unterleib auftritt und sich dort an den Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder dem Bauchfell ansiedelt).
  • Selten sind Defekte oder Anomalien im Bereich der Gebärmutter

Mögliche Probleme beim Mann:

  • Störungen der Spermienreifung
  • Störungen des Spermientransports
  • Varikozele (Krampfadern im Hodensack)
  • Maldescensus testis, Kryptorchismus (Hodenhochstand)
  • Infektionen

Lebensgewohnheiten als Ursache:

  • erhöhter Stress
  • übermäßiger Genuss von Alkohol
  • übermäßiger Genuss koffeinhaltiger Getränke (Kaffee, Tee)
  • Nikotin
  • Übergewicht
  • Chemikalien und Schwermetalle

Quelle: http://www.med4you.at/kinderwunsch/kinderwunsch_probleme.htm

Behandlungsmöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch

Durch die umfangreichen medizinischen Möglichkeiten kann heutzutage ein Kinderwunsch bei vielen Paaren erfüllt werden. Sie richtet sich nach den bei der Untersuchung gefundenen Ursachen. Sie reicht von einfachen Maßnahmen, wie einer Beratung oder Medikamentenverschreibung über das Ovulationsmonitoring (Eisprungbeobachtung) mittels Hormonbestimmungen und Ultraschalluntersuchung bis zur Insemination und IVF. Je mehr dabei in das gewohnte Sexualleben eingegriffen wird und andere Lebensaspekte zurückgedrängt werden, umso mehr wird die Behandlung seelisch belastend erlebt. Die IVF ist zusätzlich mit mehr oder weniger Unterbauchschmerzen durch die stimulationsbedingte Vergrößerung der Eierstöcke und durch die Eizellentnahme per Punktion verbunden.

a) Die Hormonbehandlung

Nach einer Hormonbehandlung werden im Durchschnitt etwa 40 Prozent der behandelten Frauen schwanger, wobei Schwankungen zwischen 25 und 80 Prozent möglich sind. Da Schwangerschaften oft erst nach mehreren Behandlungszyklen eintreten, erfordert die Behandlung daher meist viel Geduld von den Paaren.

b) Follikelmonitoring

Beobachtung des Follikels (Eibläschens) durch Ultraschalluntersuchungen und/ oder Hormonbestimmungen, um sich ein Bild von der Dynamik des Follikelwachstums machen zu können .

c) Intrauterine Insemination 

Hierbei werden die Spermien direkt in die Gebärmutter eingespritzt. Dazu müssen die Spermien vorher speziell aufbereitet werden. Zweck dieser Aufbereitung ist, dass mehr bewegliche Spermien und keine Substanzen aus dem Ejakulat, die zu Krämpfen der Gebärmutter oder gar zu Infektionen führen könnten in die Gebärmutter gelangen. Zusätzlich wird eine Insemination in die Gebärmutter oft in Kombination mit einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke durchgeführt, um die Chancen auf einen Therapieerfolg zu erhöhen.

d) In Vitro Fertilisierung (IVF)

 Hier erfolgt die Befruchtung außerhalb des Organismus, in vitro (imGlas). Dabei entnimmt man nach vorangegangener Behandlung mit Hormonen der Frau reife Eizellen mittels vaginaler Punktion unter Ultraschallsicht und bringt sie in einer Nährlösung (Kulturmedium) mit den aufbereiteten Spermien des Mannes zusammen. Die auf diese Weise befruchteten Eizellen werden im Brutschrank bis zu 6 Tage aufbewahrt. Anschließend wird der Embryo oder werden die Embryos mit einem weichen Katheter durch die Scheide in die Gebärmutter injiziert, wo sie sich dann im günstigen Fall in die Schleimhaut einnistet.

e) Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Diese wird zusätzlich zur IVF angewandt, wenn die Samenqualität stark herabgesetzt ist. Hierbei wird ein einzelnes Spermium mit einer Mikronadel direkt in die Eizelle injiziert, um eine Befruchtung zu erreichen. Auch bei Patienten mit extrem niedriger Spermienkonzentration (es genügt ein bewegliches Spermium pro Eizelle) sind Befruchtungsraten von über 60 % aller Eizellen zu erreichen.

i) MESA, TESE

MESA (Microsurgical Epididymal Sperm Aspiration) - Wenn z.B. durch Erkrankungen der ableitenden Samenwege gar keine Spermien mehr im Samenerguss nachweisbar sind, wird aus dem Nebenhoden Samen entnommen und diese für die Intracytoplasmische Spermainjektion verwenden.

TESE (Testicular Sperm Extraction) - Sollten selbst im Nebenhoden keine Samen mehr zu finden sein, dann können Spermien auch direkt aus dem Hoden gewonnen werden.

j) Kryokonservierung von Samen und befruchteten Eizellen

Die befruchteten Eizellen (Embryos) können mit verschiedenen Methoden eingefroren und im flüssigen Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius viele Jahre lang gelagert werden.

Man friert routinemäßig die sog. überzähligen Embryos ein, d.h. die Embryos, die nicht eingesetzt wurden, um die Frau nicht einem erhöhten Mehrlingsrisiko auszusetzen. Diese tiefgefrorenen Embryos werden später dann aufgetaut und eingesetzt, wenn es mit den „frischen“ Embryos nicht zur Schwangerschaft gekommen ist; quasi als zweite Chance, oder wenn die Frau oder das Paar ein weiteres Kind wollen.

Das Einfrieren von Samen ist dann anzuraten, wenn eine anstehende Behandlung (z. B. Chemotherapie bei Hodentumorleiden) mit einer länger andauernden quantitativen und qualitativen Beeinträchtigung der Samenzellbildung einhergeht.
Das eingelagerte Erbgut kann über viele Jahre hinweg verwahrt und bei Bedarf für die Durchführung einer Insemination oder einer IVF abgerufen werden.

k) Embryotransfer

Ist im Nährmedium mindestens ein Embryo herangereift, wird dieser in einem dünnen biegsamen Katheter in die Gebärmutterhöhle oder in den intakten Eileiter übertragen. Diese Übertragung ist im allgemeinen schmerzlos. Pro Transfer sollten nicht mehr als 2 befruchtete Eizellen übertragen werden (Mehrlingsrisiko).

Quellen: http://www.med4you.at/kinderwunsch/kinderwunsch.htm 

http://www.ivf.at/

http://www.kinderwunsch.at/

Kostenübernahme:

Der IVF-Fonds bei unerfülltem Kinderwunsch:

Nach den Bestimmungen des IVF-Fonds-Gesetzes übernimmt der Bund (BMGF)

bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen 70 % der Kosten für Maßnahmen der In-vitro-Fertilisation (IVF, ICSI, TESE, MESE) grundsätzlich für höchstens vier IVF-Versuche, die pro Versuch je nach Methode und Anstalt zwischen 1.400 und 1.700 Euro liegen.

Dies führt zu einer finanziellen Entlastung von betroffenen Kinderwunschpaaren, da nur mehr ein Selbstbehalt in der Höhe von 30% der Kosten (420 bis 510 Euro pro Versuch) vom betroffenen Paar zu übernehmen ist.

Informationen zum IVF-Fonds unter: http://www.bmgf.gv.at/cms/site/detail.htm?thema=CH0021&doc=CMS1038912858686

Zwischen den Jahren 2000 bis 2002 wurden mit Hilfe des IVF-Fonds 13.332 IVF-Versuche durchgeführt, wobei 9.650 Paare beteiligt waren. Die Schwangerschaftsrate lag in diesen Jahren bei durchschnittlich 25%.

Quelle: ÖBIG, IVF-Fonds-Jahresberichte 2001 und 2002 in: 2. Österreichischer Frauengesundheitsbericht, Kurzfassung, 2005, BMGF

Das psychosomatische Behandlungskonzept (nach Kemeter):

www.netz-werk.com/kemeter

•  Wirkung der Psyche

Der Kinderwunsch wird im Zusammenhang mit der momentanen Lebenssituation, der Paarbeziehung und den individuellen Lebensgeschichten der Patientinnen betrachtet.

•  Fokussierende Beratung 

Gemeinsam mit der Patientin wird ein „Fokus“ herausgearbeitet, der den inneren Konflikt des Leidens symbolisiert, von dem die Beratung ausgeht und auf welchen sie wieder zurückgreifen kann. Die Patientinnen können dadurch auch bei Rückfällen begleitet werden, um sie weder somatisch, noch emotionell im Stich zu lassen.

•  Indikationen 

Auch bei organischen Sterilitätsursachen ist eine fokussierende Beratung angezeigt, wenn sich gleichzeitig auch unbewusste psychische Barrieren gegen eine Schwangerschaft oder ein Kind auffinden lassen.

•  Beratungsgespräche 

5 Formen der Beratungsgespräche:

  • Erstgespräch mit Arzt/Ärztin und Psychotherapeutin
  • Begleitendes Gespräch mit dem Arzt/Ärztin während der medizinischen Behandlung
  • Nachgespräch mit Arzt/Ärztin und Psychotherapeutin nach Vorliegen des Resultats der medizinischen Behandlung
  • Folgegespräch mit dem Arzt/Ärztin z.B. zur Besprechung der Erfahrungen
  • Folgegespräch mit dem Arzt/Ärztin z.B. um eine Einzel- oder Paartherapie durchzuführen.

•  Ängste und Rückschläge

Gründen für Gespräche können sein:

  • mit den zahlreichen Ängsten und Spannungen besser fertig zu werden,
  • besseres Verkraften der erfolglosen Behandlungen,
  • mit den Ängsten und Komplikationen bei der Schwangerschaft und Geburt nach erfolgreicher Behandlung besser fertig zu werden.
  • Gelöste Atmosphäre

Um den gewohnten Lebensrhythmus nicht zu belasten, werden die Zeiten für die Konsultationen und Therapien so weit als möglich an die Wünsche der Patientinnen angepasst. Durch den geringeren äußeren Druck ist die Arbeitsatmosphäre gelöster und persönlicher.

Psychologische Aspekte der ungewollten Kinderlosigkeit

Auf die Diagnose Infertilität bzw. Sterilität folgt eine Phase des Schocks und Verzweiflung. Häufig folgt dem eine Phase der Verneinung und des nicht wahr haben Wollens und es kommt zu gegenseitigen Schuldzuweisungen der Partner für ihr Defizit. Dies führt nicht selten zu Isolierung und Rückzug von Sozialkontakten oder in eine Depression (Onnen-Isemann, 1998).

Langfristig können die ungewollte Kinderlosigkeit zu Problemen im Selbstwertgefühl führen und als Kränkung in der eigenen Weiblichkeit oder Männlichkeit angesehen werden. Dies führt häufig auch zu Partnerschaftsprobleme und sexuelle Probleme, wenn die Beziehung nur mehr auf die Erfüllung des Kinderwunsches fokussiert wird (Strauß & Bayer, 2004).

Quelle: 2. Österreichischer Frauengesundheitsbericht, Kurzfassung, 2005, BMGF.  

Wir danken für die fachkundige Durchsicht Herrn Dr. Peter Kemeter, Facharzt für Gynäkologie

Wo Sie Rat und Hilfe finden:

 Öffentliche Einrichtungen:

  • Beratungsstelle der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), www.oegf.at 
    Semmelweis Frauenklinik
    Bastiengasse 36-38
    1180 Wien
    Tel: 01-47615-3903
    e-mail: office@oegf.at 
  • Psychosomatische Ambulanz der Semmelweis Frauenklinik 
    Tel: 01-47615-5991, Mo – Fr Vormitag, Di + Fr Nachmittag
  • Universitätsklinik f. Frauenheilkunde Wien 
    Abtlg. Gyn. Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung, IVF-Ambulanz
    Prof. DDr. J. Huber, Prof. Dr. F. Fischl
    Univ.Prof.Dr. Michael SATOR, Leiter IVF-Ambulanz
    Währinger Gürtel 18-20, A-1090 Wien
    Tel. (+43)-(0)1-40400-2897 od. -2807
    E-Mail: ivf@akhwien.at
    http://www.akh-wien.ac.at/ivf 
  • Krankenhaus der Stadt Wien Lainz
    Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung
    Prof. Dr. P. Sevelada, OA Dr. G. Freude
    Wolkersbergenstraße 1, A-1130 Wien
    Tel: (+43)-(0)1-80110-2293

Private Einrichtungen:

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