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Curriculum "Gewalt gegen Frauen und Kinder"
Thema
Fortbildung für MitarbeiterInnen der Wiener Gemeindespitäler
Ausgangslage
Gewaltübergriffe gegen Frauen und Kinder hinterlassen neben den sichtbaren, körperlichen und unmittelbaren seelischen Folgen ein ganzes Bündel von nachgewiesenen mittel- und langfristigen gesundheitlichen Folgen. Neben den gesundheitlichen Schäden verursacht Gewalt Folgekosten von umgerechnet € 78,3 Mio für Staat, Wirtschaft und Individuum.
Charakteristisch für Frauen mit Gewalterfahrung ist das ständige Wechseln des Arztes / der Ärztin. Ferner ist es bewiesen, dass sie bis zu zehnmal öfter ein Spital aufsuchen als nicht betroffene Frauen. Aufgrund wissenschaftlicher Studien ist erwiesen, dass Frauen mit Gewalterfahrung die Anonymität eines Krankenhauses den Arztordinationen bevorzugen. Aus diesem Grund wurde das Setting „Spital“ ausgewählt (sekundäre Gewaltprävention).
2001 ließ das Wiener Programm für Frauengesundheit an zwei Wiener Krankenhäusern die MitarbeiterInnen des ärztlichen und pflegenden Personals befragen: Erhoben wurde das Ausmaß der Konfrontation mit Patientinnen (Frauen und Kindern), die Opfer häuslicher Gewalttaten waren, nach dem üblichen Prozedere im Umgang mit diesen Opfern sowie bestehende Bedürfnisse zu spezifischer Information und Weiterbildung. Fast die Hälfte (46%) des Spitalspersonals schätzte seinen Informationsstand als eher schlecht ein. 86% der Befragten sagten, dass der Umgang mit Gewaltopfern nicht Bestandteil ihrer Ausbildung gewesen sei. Viele wünschten sich mehr Hilfestellung und Information zu diesem Thema. In der Folge wurde das Curriculum Gewalt gegen Frauen und Kinder entwickelt.
Zielgruppe
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ÄrztInnen, Pflegefachpersonal, PsychologInnen, Hebammen, SpitalssozialarbeiterInnen aus den Bereichen
- Gynäkologie / Urologie
- Pädiatrie
- HNO, Augenheilkunde
- Dermatologie
- Interne Chirurgie
- Psychiatrie
- Notfalls- und Unfallsambulanz
- Gynäkologie / Urologie
Inhalte
Als extramuläre Einrichtungen wurden ExpertInnen von Polizei, 24-Stunden-Frauennotruf, Gerichtsmedizin und Frauenhäusern miteingebunden.
Fortbildungsinhalte:
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Formen & Auswirkungen sexueller und körperlicher Gewalt gegen Frauen und Kinder
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Spurensicherung und DNA-Analyse (Polizei, Gerichtsmedizin)
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Rechtliche Informationen zu Anzeige, Gewaltschutzgesetz, Opferrechte, Handlungsspielraum, des Spitalspersonals
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Vorstellung erfolgreich agierender Gewaltschutzgruppen in Wiener Krankenanstalten
Methodik
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IST-Erhebung: quantitative und qualitative Befragung des ärztlichen Pflegepersonals in zwei Pilot-Spitälern.
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Maßgeschneidertes Curriculum
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Akkordierung mit Spitalsleitung (Primarärztesitzungen)
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Durchführung von Schulungen (2 Halbtages-Workshops mit dem Spitalspersonal)
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TrainerInnen: ExpertInnen des 24-Stunden-Notrufes der MAG ELF, der Polizei, der Gerichtsmedizin und Frauenhäusern
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Fortbildungsmodule
Ziele
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Sensibilisierung des Spitalspersonals für die Gewaltproblematik
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Verbesserung der Früherkennung
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Etablierung von Behandlungsstandards
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Erleichterung der internen Kommunikationsabläufe
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Erstellung eines Notfallbehandlungsplanes
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Kenntnisse der extramuralen Betreuungsressourcen
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Einrichtung einer Opferschutzgruppe im Spital
Ergebnisse
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Schulung von 880 Spitalsmitarbeitern im Kaiser-Franz-Josef-Spital, SMZ Ost, Rudolfstiftung, Krankenhaus Hietzing, AKH Wien und Wilhelminenspital.
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Entwicklung eines Spurensicherungskits für Sexualdelikte
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Gründung der Opferschutzgruppe im Donauspital
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Erstellung von Infofoldern und Notfall-Checkkarte für das Spitalspersonal
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Erstellung des Handbuchs „Curriculum, Gewalt gegen Frauen und Kinder’“ (deutsch und englisch)
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2006 Auszeichnung mit dem ersten Preis in der Kategorie „Stationärer Bereich“ des Gesundheitspreises der Stadt Wien
Finanzierung
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Wiener Programm für Frauengesundheit, 24-Stunden-Frauennotruf der MA 57, MAG ELF, Wiener Krankenanstaltenverband
Projektträger
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Wiener Programm für Frauengesundheit, Bundespolizeidirektion Wien, Institut für Gerichtsmedizin Wien, MA 57 (damalige Leiterin des Frauennotrufes Dr.in Karin Spacek), MAG ELF (Eleonore Coufal), KAV Wien (Charlotte Staudinger)
Laufzeit
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2001 bis 2006
- Status: abgeschlossen
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