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„Nach Herzenslust – Favoritner Frauen leben gesund“
Thema
- Kardiovaskuläre Risikoprävention bei sozial belasteten Frauen
Zielgruppe / Setting:
- Frauen im 10. Bezirk mit Fokus auf soziale Benachteiligung
Ausgangslage
In Favoriten, einem Wiener Arbeiterbezirk leben 66.000 Frauen. Unter 75jährige Frauen im 10., 11. und 12. Wiener Gemeindebezirk weisen eine erhöhte Mortalität in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. 16,5% der EinwohnerInnen Favoritens sind nicht-österr. StaatsbürgerInnen, viele davon mit geringem sozioökomischen Status.
Grobziele
- Information und Bewusstseinsbildung zum Thema „Herzgesundheit bei Frauen“ im regionalen Setting,
- Schaffung eines attraktiven, wirksamen und übertragbaren Angebots in einem interkulturellen Umfeld
- Entwicklung innovativer Strategien um insbesondere sozial Benachteiligte mit hohem Risikopotential für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erreichen
- Langfristige Ernährungsumstellung und bewusste Ernährung statt kurzfristiger Gewichtsverlust
Feinziele
- Erhebung des gesundheitlichen Wohlbefindens
- Stärkung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens
- Stärkung des Selbstwertgefühles
Methodik
Es ist ein multidisziplinäres und interkulturelles Interventionsprojekt zur Gesundheitsförderung und Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen (HKE) bei erwachsenen Frauen im 10. Bezirk.
Projektmaßnahmen:
- Sensibilisierung & Aufklärung (Informationsfolder, Veranstaltungen)
- Vernetzung mit niedergelassenen ÄrztInnen im 10. Bezirk und mit dem Kaiser-Franz-Josef-Spital
- Maßgeschneiderte muttersprachliche Angebote in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressabbau/Entspannung
- Interkultureller Ansatz
- Erfahrungsaustausch in drei Interdisziplinären Gesprächsgruppen (deutsch, türkisch, bosnisch/kroatisch/serbisch) mit 15 bis 20 Frauen pro Gruppe zu je 10 Sitzungen
Ergebnisse
- Die verschiedenen Angebote wurden von den Probandinnen der Zielgruppe fast 10.000 mal in Anspruch genommen (Lauf- und Nordic-Walking-Treffs, verschiedene Bewegungsgruppen sowie mehrsprachigen Ernährungsvorträge, Kochworkshops und Screening-Beratungsgespräche; Besucherinnen der Kick-off und der Einkaufsaktionen).
- 44% der Teilnehmerinnen des Kursprogramms "Leben nach Herzenslust" hatten Deutsch, 26% Türkisch als Muttersprache und 22% stammten aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. 8% hatten eine andere Muttersprache. 56 Prozent der Teilnehmerinnen besuchten die fremdsprachigen Kurse.
- Die Zielgruppe sozial belasteter Frauen wurde erreicht: Die meisten Teilnehmerinnen verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen zwischen 750 und 1.500 Euro monatlich. Ein Viertel der Teilnehmerinnen ist bereits in Pension, 30 Prozent sind ganztags- oder halbtags berufstätig und 15 Prozent arbeitslos.
- Das Durchschnittsgewicht der Teilnehmerinnen sank von 79,1 kg zu Beginn der Kurse auf 76 kg nach Kursende (minus 3,1 kg)
- Nach dem Kurs zeigten die Teilnehmerinnen deutlich mehr Zufriedenheit und Akzeptanz dem eigenen Körper gegenüber und deutlich weniger den Wunsch nach einem anderen Körper.
-
Die Projekterfahrungen mündeten in Handlungsempfehlungen für die Arbeit mit sozial benachteiligten Frauen. Diese Leitlinien dienen in ähnlichen Vorhaben als Grundlage und definieren als Standards aufsuchende, dezentrale und kostengünstige Angebote, das Ansetzen am Wissensstand, Stecken realistischer Ziele und die Einbettung in den Alltag der Teilnehmerinnen.
Finanzierung
- Wiener Programm für Frauengesundheit, Fond Gesundes Österreich
Projektträger
- Frauengesundheitszentrum FEM Süd und Wiener Programm für Frauengesundheit
Laufzeit
- Beginn 01.09.2005
- Ende 30.09.2007
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