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Thema

  • Entwicklung und Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen für Frauen und Mädchen mit starkem Übergewicht 

Ausgangslage

 
Adipositas ist durch eine übermäßige Ansammlung an Fettgewebe im Körper gekennzeichnet und wird als chronische Gesundheitsstörung verstanden. Adipositas wird ab einem Body Mass Index > 30 diagnostiziert. Die WHO warnt bereits vor einer „Adipositasepidemie“ in Europa. Adipositas ist mit zahlreichen Begleiterkrankungen verbunden. Besonders häufig sind dabei Diabetes mellitus (Typ 2), metabolisches Syndrom, kardiovaskuläre Erkrankungen, verschiedene Krebserkrankungen (z.B. Brust- u. Darmkarzinome), orthopädische und respiratorische Beschwerden sowie gynäkologische Probleme. Adipositas erhöht auch die Mortalität und verkürzt die Lebenserwartung beträchtlich.
 
Übergewicht und Adipositas betreffen am meisten Menschen aus sozial benachteiligten Gruppen, was gesundheitliche Ungleichheiten verschärft. Eine hohe Priorität misst die WHO der Unterstützung sozial benachteiligten Gruppen zu und nennt die Zugänglichkeit und finanzielle Leistbarkeit gesundheitsförderlicher Angebote als zentrale Ziele. Vor allem bei Frauen ist ein sozio-ökonomisches Gefälle erkennbar: einkommensschwächere, weniger gebildete Frauen und Frauen in niedrigen beruflichen Positionen weisen eine besonders hohe Prävalenz auf. Adipositas erhöht auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Schon die Senkung des Gewichts um 9 Prozent verringert das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko um 25 Prozent. (Österr. Adipositasbericht 2006).
 

Jede 3. Österreicherin ist übergewichtig und weist einen Body Mass Index zwischen 25 und 30 auf, jede 10. Frau in Österreich gilt als adipös. Bei den unter 16jährigen Mädchen in Wien sind mehr als ein Fünftel (22,9%) übergewichtig. Eine besonders hohe Prävalenz von Übergewicht und Adipositas findet man bei Wiener Lehrlingen, insbesondere den weiblichen: 41,9 Prozent der weiblichen Lehrlinge sind übergewichtig und 3,7 Prozent sind adipös.(Österr. Adipositasbericht 2006)

 

 

  • Seit Jänner 2008 bietet das Wiener Programm für Frauengesundheit in Kooperation mit FEM Süd, gefördert vom Fonds Gesundes Österreich, ein Kursprogramm für stark übergewichtige Frauen und Mädchen an.

 

Ziele

  • Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung eines zielgruppengerechtes Programms zur Reduktion von Übergewicht und Adipositas mit Hinblick auf soziale Benachteiligte und Frauen mit Migrationshintergrund
  • Ziel für die Teilnehmerinnen ist eine langfristige Gewichtsreduktion sowie –stabilisierung durch ein gesünderes Essverhalten sowie ein gesteigertes Bewegungsverhalten. Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes (Metabolisches Syndrom) sollen dadurch verringert werden. Weitere Aufmerksamkeit gilt psychodynamischen Ursachen von Adipositas, die im Rahmen des Gruppenprogramms bearbeitet werden können.
  • Sensibilisierung und Aufklärung zum Thema bei Betroffenen
  • Sensibilisierung und Aufklärung zum Thema bei MultiplikatorInnen 

Methodik 

  • Gruppen für Frauen in drei Sprachen: in Deutsch, Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/ Serbisch, Gruppen für Mädchen in Deutsch, psychologisch/psychotherapeutisch begleitet.
  •  Kursdauer: jeweils 9 Monate, fünfmonatiges Intensivprogramm plus viermonatige Stabilisierungsphase. Die Kurse umfassen Stressbewältigung, Ernährung und Kochen, Bewegung in der Gruppe, individuelle Bewegungspläne, psychologische Begleitung sowie ärztliche Beratung. Kostengünstiges Programm – der Selbstbehalt / Teilnehmerin beträgt 30 Euro. Möglichkeit der Kinderbetreuung
  • Schulungen für MultiplikatorInnen: Verbesserung des Wissens von GesundheitsexpertInnen (DiätologInnen, ErnährungswissenschafterInnen, ÄrztInnen) über Ernährungsgewohnheiten von MigrantInnen. Schulung von nichtmedizinischen „Schlüsselpersonen“, wie Deutschkursleiterinnen, Kontaktpersonen von MigrantInnenvereinen
  • Telefonische Beratung
  • Internet und E-Mail-Beratung  

Finanzierung  

  • Wiener Programm für Frauengesundheit und Fonds Gesundes Österreich in Kooperation mit Wiener Krankenanstaltenverbund und MA 38 

Projektträger 

  • FEM Süd & Wiener Programm für Frauengesundheit  

Weitere Informationen

Laufzeit 

  • Jänner 2008 - Sommer 2009

 

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