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Weibliche Genitalverstümmelung/ Female Genital Mutilation
Ausgangslage
Unter weiblicher Genitalverstümmelung (FGM – Female Genital Mutilation) versteht man schwer wiegende operative Verstümmelungen an den weiblichen Genitalien. Laut der Weltgesundheitsorganisation werden in 28 afrikanischen Ländern jährlich 2 Millionen Mädchen genital verstümmelt. Dies ergibt 6.000 Genitalverstümmelungen an Frauen pro Tag. Diese Verstümmelungen führt zu einer höheren Komplikationsrate bei der Geburt, mehr Säuglingssterblichkeit, häufige Infektionen im Genitalbereich und der Harnwege, chronische Schädigungen der Nieren und vor allem schwere, lebenslange seelische Traumen. FGM ist in Österreich gesetzlich verboten, sie erfüllen den Tatbestand schwerer Körperverletzung und gelten daher als grobe Menschenrechtsverletzungen. Dieser Tatbestand gilt selbst dann, wenn die Patientin einwilligt.
Ziele
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Schaffung einer Beratungsstelle für von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betroffene Frauen und Mädchen, Angehörige von Betroffenen und MultiplikatorInnen, die als Drehscheibe für mit FGM konfrontierten Personen fungiert, Hilfe für betroffene Frauen sowie Überzeugungsarbeit bei den Familien und innerhalb der relevanten Communities leistet.
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Vernetzung und Know-how-Transfer zwischen den Einrichtungen der Stadt Wien
Methodik
Die Beratungsstelle leistet: medizinische und psychosoziale Beratung – niederschwellige, muttersprachliche und communitygerechte Beratung, Untersuchung und Behandlung von genital verstümmelten Frauen;, weiters Informationsveranstaltungen, Lobbying. Beratungssprachen: Englisch, Arabisch, Französisch.
Ergebnisse
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Medizinischer Beratung
168 Frauen suchten 2005 medizinische Beratung auf. Bei 73 Frauen musste ein massives gynäkologisches Problem in Folge von FGM diagnostiziert und behandelt werden. Die Mehrheit der Frauen kamen aus Ägypten (105) und dem Sudan (56) weitere 35 aus Nigeria und 30 aus Äthiopien.
Am stärksten war die Altersgruppe zwischen 21 und 30 Jahren vertreten, gefolgt von Frauen zwischen 31 und 40 Jahren und schließlich der Altersgruppe 10 bis 20 Jahre.
Die Beratungsstelle funktioniert gut als Clearing-Stelle, da mehrere Ärzte sich mit ihr in Verbindung gesetzt haben.
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Psychosoziale Beratung
692 Personen haben Einzel- sowie Gruppenberatungen in Anspruch genommen. Dabei waren rund 50% aus Nigeria, ein weiteres Drittel aus Ägypten, sowie 81 Frauen aus dem Sudan. Ferner haben sich zehn Frauen als Opfer des Frauenhandels an die Beratungsstelle gewandt.
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FGM-Gipfel
Erstmalige Informations- und Diskussionsveranstaltung für alle relevanten Institutionen und NGOs, die mit afrikanischen Frauenasylen konfrontiert sind.
Zu den Teilnehmern zählen die Leitungen der MA 10, MA 15, MA 17 und MA 57, die pädagogische Leiterin der Wiener Kindergärten, KAV, Leitung der Wiener Schulärzte, Caritas, Wiener Ärztekammer, Leiter des Asylantenheimes in Traiskirchen sowie afrikanische MigrantInnenvereine etc.
Es wurden juristische Grundlagen, Maßnahmen und Rahmenbedingungen erstmalig diskutiert und Fortbildungen in den relevanten Einrichtungen beschlossen. -
Evaluierung des Modellprojekts
durch das Institut für Ethnomedizin
Finanzierung
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Wiener Programm für Frauengesundheit, MA 57, MA 17
Projektträger
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Pilotprojekt einer Beratungsstelle im Verein der Afrikanischen Frauen: Juni 2005 – Sommer 2007; seit Sommer 2007 Beratungsangebot im Frauengesundheitszentrum FEM Süd.
Laufzeit
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Juni 2005 – September 2007
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Status: laufend
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